TomorrowNow-Prozess

SAP übernimmt Verantwortung für Datenklau bei Oracle

06.08.2010
Der Softwarekonzern SAP geht im Streit um unrechtmäßig heruntergeladene Daten auf seinen Erzrivalen Oracle zu.
SAP-Finanzchef Werner Brandt (Foto: SAP)
SAP-Finanzchef Werner Brandt (Foto: SAP)

Die Walldorfer haben in der Nacht zum Freitag die Verantwortung für das Vorgehen ihrer Ex-Tochter TomorrowNow übernommen. "SAP wird Oracle den Schaden ersetzen, den die begrenzten Handlungen von TomorrowNow tatsächlich verursacht haben", sagte Finanzchef Werner Brandt in einer Mitteilung.

Die US-amerikanische Oracle wirft SAP vor, über TomorrowNow mehrfach verbotenerweise für Kunden bestimmte Oracle-Daten heruntergeladen zu haben. Die in den USA beheimatete SAP-Tochter bot Service für Oracle-Kunden an. Oracle hatte von Industriespionage gesprochen und den entstandenen Schaden auf rund eine Milliarde Dollar beziffert. In Kalifornien läuft deshalb ein Gerichtsverfahren.

Die Höhe der Oracle-Forderungen im Milliardenbereich hält SAP für vollkommen überzogen. In Gerichtsunterlagen kalkulieren die Deutschen mit wahren Schäden von maximal mehreren zehn Millionen Dollar. Der Streit zieht sich seit 2007 hin. TomorrowNow selbst gibt es schon lange nicht mehr. SAP hatte die Tochter Ende 2008 geschlossen. (dpa/tc)