Sparen für Oracle?

SAP stellt 2011 kaum neue Mitarbeiter ein

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Der Walldorfer Softwarekonzern SAP will trotz anziehender Konjunktur auch 2011 auf Neueinstellungen weitgehend verzichten.
Angelika Dammann, Arbeitsdirektor der SAP AG
Angelika Dammann, Arbeitsdirektor der SAP AG
Foto: Wolfram Scheible

Dies gehe aus einem vertraulichen Rundschreiben der SAP-Personalchefin Angelika Dammann an Führungskräfte des Konzerns hervor, wie eine mit den Vorgängen vertraute Person gegenüber "Euro am Sonntag" erklärte. Eine Konzernprecherin bestätigte die E-Mail. Man wolle im laufenden Jahr "sehr selektiv vorgehen", sagte sie; neue Stellen sollten möglichst intern besetzt werden. Von entsprechenden Plänen berichtet auch die "Financial Times Deutschland".

Der restriktive Kurs stehe möglicherweise in Zusammenhang mit der drohenden Strafzahlung an Oracle aus dem TomorrowNow-Prozess, schreibt "Euro am Sonntag" weiter. Ende November hatten die Geschworenen des US-Bezirksgerichts in Oakland entschieden, SAP müsse wegen Softwarediebstahls und deren unerlaubter Nutzung 1,3 Milliarden Dollar an Oracle zahlen. Das Urteil muss noch durch die zuständige Richterin Phyllis Hamilton bestätigt werden.

Außerdem hatte sich SAP selbst zur Zahlung von Prozesskosten in Höhe von 120 Millionen Dollar an den Erzrivalen verpflichtet. Oracle fordert überdies Zinskosten in bislang nicht geklärter Höhe. SAP hat für das Verfahren in den USA nur Rückstellungen von 120 Millionen Euro gebildet. Zudem spekulieren Beobachter über eine Kürzung bis hin zur vollständigen Streichung der Dividende für 2010.