Cloud-Geschäft wächst zweistellig

SAP steckt sich höhere Ziele

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Zwar stagnieren die Lizenzeinnahmen, doch Cloud- und Support-Umsätze wachsen. Die SAP-Verantwortlichen glauben daher an weiterhin gute Geschäfte in den kommenden Jahren und haben ihre Ziele für 2020 höher gesteckt.

Angesichts guter Zahlen für das vierte Quartal 2016 sowie das gesamte Geschäftsjahr 2016 strotzen die SAP-Verantwortlichen vor Selbstbewusstsein. "Das herausragende Ergebnis der SAP im Jahr 2016 schließt sich an nun sieben Jahre profitables Wachstum an", sagte Vorstandssprecher Bill McDermott. Der Konzern habe seinen Zielmarkt vergrößert, herausragende Unternehmen übernommen sowie mit S/4HANA eine neue ERP-Generation entwickelt. "Wir sind im Markt für Unternehmenssoftware führend", lautet die Bilanz des SAP-Lenkers.

Meldet den Führungsanspruch im Markt für Unternehmenssoftware an - Bill McDermott, CEO von SAP.
Meldet den Führungsanspruch im Markt für Unternehmenssoftware an - Bill McDermott, CEO von SAP.
Foto: SAP

Das Management der badischen Softwerker setzt den Fokus vor allem auf die steigenden Cloud-Einnahmen. Demnach legte der Posten "Cloud-Subskriptionen und -Support" im vierten Quartal 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 31 Prozent von 631 auf 827 Millionen Euro zu. Im Gesamtjahr standen fast drei Milliarden Euro Cloud-Einnahmen zu Buche, ebenfalls ein Plus von 31 Prozent im Vergleich zu 2015.

Das Lizenzgeschäft stagniert

Dagegen stagniert das Geschäft mit klassischen Softwarelizenzen. An dieser Stelle nahm SAP im vierten Quartal 2016 knapp 2,18 Milliarden Euro ein, im Gesamtjahr 4,86 Milliarden Euro. Beide Zahlen bedeuten jeweils ein kleines Plus von einem Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Ein deutlicheres Plus verzeichnete SAP dagegen bei den Support-Einnahmen. Diese legten im Abschlussquartal um sechs Prozent auf fast 2,76 Milliarden Euro zu, im Fiskaljahr 2016 um fünf Prozent auf 10,57 Milliarden Euro.

Damit macht das herkömmliche Softwaregeschäft allerdings immer noch den Löwenanteil am SAP-Business aus. 2016 nahm der größte deutsche Softwarehersteller 15,43 Milliarden Euro mit Lizenzen und Wartung ein, das ist fünf Mal so viel wie die Cloud-Lösungen einbrachten. Insgesamt wuchsen die Produkteinnahmen aus Software und Cloud zwischen Oktober und Dezember 2016 im Vergleich zum Vorjahresquartal um sieben Prozent von 5,38 auf 5,76 Milliarden Euro, im Gesamtjahr ebenfalls um sieben Prozent 17,21 auf 18,42 Milliarden Euro.

Umsatz und Gewinn wachsen

Insgesamt verbuchte SAP im vierten Quartal 2016 einen Umsatz von gut 6,72 Milliarden Euro, sechs Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Im gesamten Fiskaljahr 2016 stiegen die Einnahmen ebenfalls um sechs Prozent von 20,79 auf 22,06 Milliarden Euro. Unter dem Strich verbuchten die Walldorfer einen Quartalsgewinn von 1,51 Milliarden Euro, ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2015 (1,28 Milliarden Euro). Der Jahresgewinn 2016 belief sich SAP-Angaben zufolge auf 3,62 Milliarden Euro, nach 3,06 Milliarden Euro ein Jahr zuvor - ebenfalls ein Plus von 18 Prozent.

Angesichts dieser Zahlen sehen sich die SAP-Verantwortlichen in ihrer Strategie bestätigt. Man übertreffe weiterhin den Hauptwettbewerber beim Wachstum der Cloud- und Softwareerlöse, hieß es in der offiziellen Mitteilung zu den aktuellen Zahlen. Das wachsende Cloud-Geschäft sowie die solide zulegenden Support-Erlöse sorgten zudem dafür, dass der Anteil der besser planbaren Umsätze an den Gesamteinnahmen weiter zunimmt - um zwei Prozentpunkte auf nunmehr 61 Prozent. Auch die neuen Produkte werden SAP-Angaben zufolge immer besser angenommen. So habe sich die Zahl der S/4HANA-Kunden 2016 im Vergleich zum Vorjahr auf 5400 verdoppelt. Allein im vierten Quartal hätten 1300 Kunden für die neue ERP-Generation entschieden, hieß es. Davon seien fast ein Drittel Neukunden gewesen. Etwa 2,5 Millionen vernetzte Unternehmen hätten im vergangenen Jahr Handelsumsätze in Höhe von 885 Milliarden Dollar über das Geschäftsnetzwerk der SAP abgewickelt, ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

SAP will sich bis 2020 der 30-Milliarden-Euro-Marke annähern

Das lässt die SAP-Verantwortlichen zuversichtlich in die Zukunft blicken. Für 2017 erwarten die Verantwortlichen Cloud-Einnahmen zwischen 3,8 und 4,0 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz soll zwischen 23,2 und 23,6 Milliarden betragen. Seine langfristigen Ziele hat SAP ein ganzes Stück höher gesetzt. Bis 2020 wollen die Walldorfer ihren Cloud-Umsatz auf 8,0 bis 8,5 Milliarden Euro steigern. Bis dato war von einer Spanne zwischen 7,5 und 8,0 Milliarden Euro ausgegangen. Der Gesamtumsatz soll dann zwischen 28 und 29 Milliarden Euro liegen, deutlich über dem zuvor angenommen Zielkorridor zwischen 26 und 28 Milliarden Euro. Der Anteil der besser planbaren Umsätze (Cloud und Support) soll sich bis 2020 in einer Spanne zwischen 70 und 75 Prozent bewegen.

McDermott sieht SAP auf einem guten Weg, diese Zielmarken zu erreichen. "Unsere Innovationsstrategie für maschinelles Lernen, Internet der Dinge und Blockchain-Technologie nimmt weiter Fahrt auf", sagte der SAP-Chef und beteuerte im gleichen Atemzug: "Wir sind davon überzeugt, dass wir unsere angehobenen Ziele für 2020 erreichen werden."