Oracle-Rückstellungen erhöht

SAP sieht sich wieder auf dem Wachstumspfad

26.01.2011
Europas größter Softwarehersteller SAP hat 2010 Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert und sieht sich nach längerer Stagnation wieder auf dem Wachstumspfad.
Jim Hagemann Snabe, Hasso Plattner und Bill McDermott auf der SAP-Hauptversammlung 2010
Jim Hagemann Snabe, Hasso Plattner und Bill McDermott auf der SAP-Hauptversammlung 2010
Foto: SAP AG

Das Unternehmen sei zuversichtlich, "zweistellig zu wachsen und die Profitabilität zu erhöhen", sagte Finanzvorstand Werner Brandt am Mittwoch. "Wir haben in allen Regionen sehr gute und solide Ergebnisse erzielt, vor allem aber in den rapide wachsenden Schwellenländern, wo Kunden noch die größte Wahlmöglichkeit haben und schnell expandieren", sagte Co-Chef Bill McDermott. Daher erhöht das im Dax notierte Unternehmen die Dividende von 50 auf 60 Cent je Aktie.

Zu Handelsbeginn fiel die SAP-Aktie um 0,92 Prozent auf 40,19 Euro. Die Zielspanne für das Umsatzwachstum mit Software und Wartung blieb etwas hinter den Konsensschätzungen zurück, sagte ein Händler. Die Nachricht, die Dividende anheben zu wollen, werteten Börsianer allerdings positiv.

SAP wehrt sich gegen Gerichtsurteil

In diesem Jahr soll der Umsatz mit Software und Wartung den Vorjahreswert bei konstanten Währungskursen von 9,87 Milliarden Euro um 10 bis 14 Prozent übertreffen. Der Betriebsgewinn werde von 4 Milliarden Euro vor einem Jahr auf 4,45 bis 4,65 Milliarden Euro steigen. Damit liegt das Ziel der Betriebsmarge zwischen 32,4 und 32,9 Prozent. Im vergangenen Jahr stieg der Betriebsgewinn nach Non-IFRS dank der Übernahme von Sybase von 2,93 auf 3,94 Milliarden Euro. Der Umsatz mit Software und Wartung erhöhte sich von 8,2 auf 9,9 Milliarden Euro.

Die SAP beabsichtigt, sich gegen die Gerichtsentscheidung zur Zahlung von etwa einer Milliarde Euro an Oracle zu wehren. In den nächsten Wochen wollen die Walldorfer Anträge auf eine Reduzierung der Schadensersatzzahlung stellen. Je nach Bescheid dieser Anträge will SAP auch eine Berufung in Erwägung ziehen. Vorsorglich erhöhte das Unternehmen aber die Rückstellung für diesen Rechtsstreit um 933 Millionen auf etwa 1,048 Milliarden Euro. (dpa/tc)