Hauptversammlung

SAP setzt in der Krise auf Forschung und Zukäufe

19.05.2009
Europas größter Softwarehersteller SAP setzt in der Krise auf Investitionen. Eine gute finanzielle Verfassung sei entscheidend, um schlagkräftig agieren zu können.
Steht ab Juni allein an der SAP-Spitze: Léo Apotheker
Steht ab Juni allein an der SAP-Spitze: Léo Apotheker

Und die finanzielle Verfassung der SAP sei "sehr erfreulich", sagte Co-Chef Léo Apotheker am Dienstag auf der Hauptversammlung in Mannheim. "Das erlaubt uns kontinuierliche Investitionen, allen voran in Forschung und Entwicklung, aber auch in smarte Akquisitionen." Solche Investitionen seien gerade in schwierigen Zeiten von großer Bedeutung, "weil wir damit den Grundstein für künftiges Wachstum legen können".

Zudem bekräftigte Apotheker das Margenziel für das laufende Jahr, allerdings legte der Manager keinen konkreten Ausblick vor. "2009 ist und bleibt ein außerordentlich schwieriges Jahr." Für die Umsatzzahlen lasse sich daher keine verlässliche Prognose abgeben. "Stattdessen konzentrieren wir unsere Prognose auf die operative Marge." Er bekräftigt das Margenziel von 24,5 bis 25,5 Prozent. Darin sind Kosten zwischen 200 und 300 Millionen Euro für den Stellenabbau enthalten, welche die Marge um zwei bis drei Prozentpunkte drücken. Die Margenprognose beruht auf der Annahme, dass der Software- und softwarebezogenen Umsatz auf dem Vorjahresniveau oder ein Prozent darunter liegt.

"Sehr gute Marge"

"Wie schon im vierten Quartal 2008 konnten wir auch im ersten Quartal 2009 eine sehr gute Marge vorweisen", sagte Apotheker. Zwar sank die Marge im Jahresvergleich um 2,3 Prozentpunkte auf 17,2 Prozent. Dabei schlagen aber Kosten für den Stellenabbau von bisher 160 Millionen Euro zu Buche und drücken die Marge um 6,6 Prozentpunkte - ohne diesen Schritt wäre die Marge gestiegen. Das verdankt die SAP der harten Kostenkur, die von einem Einstellungstopp über die Stornierung des Kaufs neuer Möbel sowie Veranstaltungen in externen Räumen bis hin zu freiwilligen Verzicht des Vorstands auf Urlaubstage reicht. Kurz vor seinem Abgang rechtfertigt sich der scheidende Co-Chef Henning Kagermann für diesen abrupten Tritt auf die Kostenbremse. "Damals sind wir scharf kritisiert worden. Heute wissen wir, dass es richtig war. Wer zu lange wartet, muss später dafür büßen."

Derzeit habe die SAP 86.000 Kunden, sagte Kagermann. Damit bleibt Kagermann bisher hinter seinem für 2010 ausgegebenen Ziel, einen Kundenstamm von 100.000 in den Büchern zu haben. Den Rückgang des Marktanteils im vierten Quartal zum Vorquartal um 0,6 Prozent sieht Kagermann nicht als beunruhigend. Auf das gesamte Jahr legte SAP beim Marktanteil um 4,4 Prozent zu. 0,9 Prozent waren organisch, den Rest verdankt der Walldorfer Konzern der Übernahme des französischen Konkurrenten Business Objects. (dpa/tc)