"SAP-Produkte sind zu komplex"

Vice President Software & SaaS Markets PAC Germany
Anwender wollen günstigere und leicht implementierbare SAP-Lösungen, so zeigte sich auf der Jahrestagung des Anwendervereins DSAG. Gartner übte Kritik an der Produktstrategie der Walldorfer.

Hier lesen Sie…

  • was die Anwendervereinigung DSAG von SAP fordert;

  • warum sich mittelständische Kunden benachteiligt fühlen;

  • Lob und Tadel für SAPs Web-Services-Strategie.

Alfons Wahlers fordert Anwender auf, innovativ zu sein. Von SAP erwartet der DSAG-Sprecher besser an den Mittelstand angepasste Produkte und Preise.
Alfons Wahlers fordert Anwender auf, innovativ zu sein. Von SAP erwartet der DSAG-Sprecher besser an den Mittelstand angepasste Produkte und Preise.

Die Infrastrukturplattform "Netweaver" ist der Dreh- und Angelpunkt in SAPs Service-orientierter Produktstrategie. Auf der Grundlage des Produkts entsteht die "Business Process Plattform", die sich auf Netweaver und das "Enterprise Services Repository" stützt. Auf der Jahrestagung der Deutschsprachigen SAP Anwendergruppe (DSAG) in Bremen analysierte Peter Wesche, verantwortlich für das "Executive Program" beim Beratungshaus Gartner, wo die Walldorfer heute in Sachen "Enterprise Services Architeture" (ESA) stehen. Die ESA ist SAPs Implementierung einer Service-oriented Architecture (SOA), die das tradierte Client-Server-Modell ablöst.

Evolution oder Zumutung?

In seinem "ESA - Evolution oder Zumutung" betitelten Vortrag positionierte Wesche SAPs Angebot einer Web-Services-Plattform auf der Ebene der "Marktführer". Dort befänden sich auch Microsoft, IBM, Tibco und Oracle. Viel dazu beigetragen habe der Entschluss des Softwarehauses, mit der "Business Process Platform" die Verschmelzung von Infrastruktur und Applikationen (von SAP-Strategen auch als "Applistructure" bezeichnet) in Angriff zu nehmen. Netweaver sei zwar unter den am Markt befindlichen Produkten der Newcomer, habe aber schon eine beachtliche installierte Basis.

Marktführer sei SAP bei Composite Applications, also Programmen, die sich der Funktionen verschiedener Anwendungen bedienen, um neue Geschäftsprozesse abzuwickeln. Allerdings beurteilt Wesche das "Composite Application Framework", mit dem solche Composites seitens der Kunden oder Partner realisiert werden können, als noch nicht ganz marktreif. Dies gelte auch für die anderen Netweaver-Komponenten "Master Data Management" und Business Process Management.