Sapphire Now

SAP präsentiert Apps auf Basis von HTML5

Tobias Wendehost beschäftigt sich als Volontär aktuell mit verschiedenen Hardwarethemen und stellt täglich ein Gadget des Tages vor. Ansonsten arbeitet er sich thematisch durch die Ressorts Job und Karriere, Software, Netzwerke und Mobile sowie IT-Strategie. Wer möchte, kann Tobias bei Twitter (@tubezweinull) folgen oder bei Xing eine Nachricht schreiben.
Die Sapphire Now in Orlando stand ganz im Zeichen von HANA. Allerdings stellte der Softwarekonzern auch neue Business-Anwendungen wie "Fiori" und "Lumira" vor.

Besucher der SAP-Hausmesse Sapphire Now bekamen den Eindruck, dass die Walldorfer dieses Jahr nur Augen für HANA haben. Am Rand der Veranstaltung präsentierte der Softwarehersteller allerdings auch neue Geschäftsanwendungen wie die App-Sammlung Fiori (italienisch: Blumen) und Lumira, eine überarbeitete Version von "Visual Intelligence".

Fiori umfasst 25 Apps

Fiori wurde in einem Responsive Design entworfen, so dass sich die App an die jeweilige Nutzeroberfläche anpasst.
Fiori wurde in einem Responsive Design entworfen, so dass sich die App an die jeweilige Nutzeroberfläche anpasst.
Foto: SAP

Die Produktreihe Fiori umfasst 25 Apps, mit denen sich häufig genutzte Geschäftsaufgaben wie Rechnungen, Reisekostenabrechnungen, Kundenaufträge und Auftragsverfolgungen bearbeiten lassen. "Wir haben Fiori bei Colgate eingeführt, und die Rückmeldung der ersten Gruppe von Anwendern war positiv", erklärte Tom Greene, CIO von Colgate, bei der Präsentation der Apps. Da die Anwendungen auf HTML5 basieren, sind sie geräteübergreifend kompatibel. Nach Angaben von SAP wurde bei der Programmierung ein "Responsive Design" verwendet. Die App passe sich damit automatisch der Nutzeroberfläche des Endgeräts an.

Mit Fiori sollen Kunden Zugriff auf Geschäftsdaten bekommen, die sonst in klassischen ERP-Systemen gespeichert sind. "Wir möchten die Anwendererfahrung für unsere Lösungen verändern", erklärte SAP-Vorstand und -Technikchef Vishal Sikka in Orlando. Die Walldorfer reagieren damit auf den allgemeinen Trend, auch komplexe Geschäftsanwendungen als App zur Verfügung zu stellen. Klassische ERP-Systeme, darunter die SAP Business Suite, eignen sich per se nicht für die mobile Nutzung.

Unternehmen können die verschiedenen Applikationen als Komplettlösung oder einzeln verwenden. Die Apps sind für geschäftskritische Prozesse konzipiert und lassen sich vier Nutzerrollen zuordnen: Manager, Angestellte, Vertriebsmitarbeiter und Einkäufer. Die Lizenzkosten hängen von der Anzahl der Anwender ab.

Self-Service-BI mit Lumira

Lumira ist eine überarbeitete BI-Lösung von Visual Intelligence.
Lumira ist eine überarbeitete BI-Lösung von Visual Intelligence.

Auch mit der Business-Intelligence-(BI-)Lösung Visual Intelligence möchte SAP neue Wege gehen. Das Tool nennt sich nun Lumira und basiert auf dem SAP-Projekt "Photon", das SAP als Self-Service-BI-Plattform anbieten will. Lumira ist ein überarbeitetes Cloud-Angebot und basiert wie die Fiori-Apps auf HTML5. Wer das BI-Werkzeug nutzen möchte, muss eine monatliche Gebühr an SAP zahlen, die im Jahresrhythmus abgerechnet wird. Eine kostenlose Edition beinhaltet 1 GB Speicher für einen Nutzer. Die Enterprise Edition kostet 22 Euro und ist für fünf oder mehr Anwender sowie mindestens 5 GB Speicher verfügbar. Anwender können mit dem Tool Datendiagramme zusammenstellen und mit anderen Nutzern teilen.

Die Verarbeitung der Daten ist auf konventionellen Desktop-Rechnern oder Mobilgeräten möglich. Das Einbinden von bestehenden Excel-Tabellen soll kein Problem sein. Wie nicht anders zu erwarten, unterstützt Lumira die Datenbank-Appliance HANA. Dateien und Dokumente aus SAP Business Objects Design Studio sowie Crystal Reports können ebenfalls integriert werden.

Welchen Mehrwert Lumira bringt, wurde bis dato noch nicht so recht deutlich. Grundsätzlich umfasst bereits Business Objects zahlreiche BI-Funktionen aus der Cloud. Größte Neuerung ist wohl, dass Lumira als eigenständige BI-Software funktioniert. SAP erweitert damit sein Portfolio um ein Tool, dass speziell kleine und mittelständische Unternehmen gewinnen soll. Diesen verspricht SAP die intuitive Zusammenstellung der visualisierten Daten, die sich anschließend für Analysen teilen und publizieren lassen.