SAP öffnet sich .NET und Websphere

Vice President Software & SaaS Markets PAC Germany
Weil SAP eingesehen hat, dass sich Netweaver nicht immer als einzige Standardinsfrastruktur etablieren lässt, gibt es Schnittstellen zu den Plattformen von IBM und Microsoft. Die Vermarktungsstrategen von SAP propagieren das System als Standardinfrastruktur für den Kunden. Die setzen aber oft schon IBMs Websphere-Plattform beziehungsweise in Microsofts .NET-Technik ein, entwickeln für diese Umgebungen eigene Software oder betreiben auf ihnen Applikationen.

Solche Anwender wünschen sich Mechanismen, um diese bestehende IT-Landschaft mit Netweaver zu verbinden. SAP, Microsoft und IBM haben deshalb Teams zusammengestellt, die sich um die Interoperabilität zwischen Netweaver und der jeweiligen Konkurrenzplattform kümmern sollen.

Zu den Anknüpfungspunkten zwischen .NET und Netweaver zählt ein unlängst fertig gestelltes "Enterprise Portal Development Kit for .NET 1.0". Dieses Modul gestattet es dem Softwareentwickler, in Microsofts "Visual Studio .NET" Portalmodule ("SAP .NET Iviews") für SAPs "Enterprise Portal 6.0" zu bauen. Das objektorientierte Entwicklungspaket wird hierzu um eine SAP-spezifische Klasse erweitert, die Eigenschaften von ASP.NET erbt. Für den Anwender ähnelt der Entwicklungsvorgang dem für eine ASP.NET-Seite.

Über solche Iviews können Nutzer des SAP-Portals auf .NET-Applikationen zugreifen, darunter auch auf solche, die noch auf COM- beziehungsweise DCOM-Technik basieren. Hierbei sorgen "SAP .NET Controls" für das Look and Feel von SAP-Oberflächen. Auf die Funktion "Drag & Relate", eine Besonderheit des Enterprise Portal, müssen die Anwender jedoch verzichten.

Ein "Interoperability Framework" agiert als Übersetzer zwischen den Programmierschnittstellen des Java-Servers, auf dem das SAP-Portal läuft, und dem .NET-Server. Beide Umgebungen können auch gemeinsam auf einem Computer (unter Windows) installiert sein. Die Kopplung funktioniert neuerdings aber auch zwischen Windows- und Unix-Systemen beziehungsweise zwischen Windows- und Unix-Clustern.

Integration von R/3 und Mysap

Zur .NET-Integration von R/3 und Mysap dient der "SAP .NET Connector". Die erste Version dieses Koppelelements ist bereits seit November 2002 verfügbar. Ihm wurde die Aufgabe zuteil, bestehende BAPIs und Remote Function Calls (RFCs) mit der .NET-Umgebung zu verknüpfen. Falls das SAP-System auf dem "Web Application Server" (WAS) läuft, erhält der Konnektor die Schnittstellenbeschreibungen im XML-Format der Web Services Description Language (WSDL), die Kommunikation mit der SAP-Software vollzieht sich über das Simple Object Access Protocol (Soap). Im Falle eines R/3-Systems (ab 4.0B) spricht der .NET Connector die SAP-Schnittstellen direkt an.