Business Intelligence

SAP-Kunden schludern bei Datenqualität

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
Die deutschen SAP-Anwender haben immer noch enormen Nachholbedarf bei der Datenqualität. Ausgereifte Data-Governance-Programme beispielsweise haben lediglich neun Prozent implementiert. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Business Application Research Center (BARC).
Dass schlechte Datenqualität Folgen hat, wissen viele Unternehmen aus eigener Erfahrung.
Dass schlechte Datenqualität Folgen hat, wissen viele Unternehmen aus eigener Erfahrung.

Zwischen Erkenntnis und Handeln liegen offenbar Welten: Die befragten Unternehmen wissen, dass die Qualität der in ihre SAP-Systeme eingespeisten Daten wichtig für den geschäftlichen Erfolg ihrer Business Intelligence (BI) ist. 83 Prozent sagten in der BARC-Umfrage, dass eine schlechte Datenqualität wohl negativen Einfluss auf die Wertschöpfung habe.

Und nicht nur das: Viele der Befragten sind längst gebrannte Kinder. Sie haben schon erlebt, wie sich fehlerhafte Daten auf die Stimmungslage von Kunden und Mitarbeitern auswirken und Kosten in die Höhe treiben. Dennoch gehen mehr als 90 Prozent dieses Problem nicht systematisch an.

Offensichtlich schöpft nur eine Minderheit den Wettbewerbsvorteil sehr hoher Datenqualität aus. 40 Prozent äußerten sich entsprechend zuversichtlich, sie hätten hohes Vertrauen in ihre Daten. 47 Prozent halten sich selbst für Durchschnitt in dieser Frage, sieben Prozent setzen wenig Vertrauen in ihre Daten. Insgesamt 47 Prozent begnügen sich indes mit dem Status Quo und planen keine Initiativen zur Verbesserung ihrer Datenqualität.

Dass viele Unternehmen den Zustand ihrer Daten für suboptimal erachten, verwundert nicht. Denn schließlich wissen die Firmen ja am besten, wie wenig sie in diesem Bereich tun. Im Tagesgeschäft sichern 72 Prozent ihre Systeme lediglich manuell, beispielsweise durch Inhouse Fixes. Das heißt in anderen Worten, dass die Sicherung der Datenqualität nur punktuell und unsystematisch erfolgt – davon abgesehen, wie schnell sich bei manuellen Eingaben Fehler einschleichen.