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SAP konkretisiert PLM-Fahrplan

08.08.2007
Der Softwarekonzern will seine Lösung für das Product-Lifecycle-Management (PLM) stärker in seine Enterprise Service-oriented Architecture (E-SOA) integrieren.

SAP hat erste Details seiner PLM-Roadmap bis 2010 veröffentlicht. Demnach soll Ende des Jahres ein erstes Erweiterungspaket für den PLM-Kern herauskommen. Dieser werde neue Prozesse für die Portfolio-Planung beinhalten. Mit Hilfe eines verbesserten Ideen-, Portfolio-, Ressourcen- und Projekt-Managements sollen Anwender den Entwicklungsprozess von Produkten verkürzen können. Im kommenden Jahr planen die SAP-Verantwortlichen ein vereinfachtes User Interface für die PLM-Lösung. Die Präsentation der Informationen soll sich individuell an bestimmte Rollen anpassen lassen. Damit benötigten die Nutzer weniger Training und Einarbeitung, um mit dem System effizient arbeiten zu können, verspricht der Hersteller.

2009 soll laut den SAP-Plänen das nächste Erweiterungspaket auf den Markt kommen. Dabei wird das Hauptaugenmerk dem Hersteller zufolge auf der Integration aller mit PLM zusammenhängenden Prozessen liegen. Das System werde dann in der Lage sein, alle PLM-Prozesse von der Idee über die Planung und Herstellung bis hin zum Vertrieb und dem Service der Produkte abzudecken. Dieses integrierte PLM-System soll die Datenkonsistenz sowie die die Abläufe im Gesamtprozess weiter verbessern. Das für 2010 geplante PLM-Enhancement-Package wird SAP zufolge die Möglichkeiten verbessern, Daten aus dem Planungs- und Fertigungsprozess in das PLM-System zurückzuspielen, beispielsweise durch eine verbesserte Anbindung von Herstellungs-Tools sowie die Integration von RFID-Informationen. Den Anwendern verspricht SAP damit mehr Transparenz im Planungs- und Herstellungsprozess sowie eine bessere Qualität durch die Rückkopplung und Einhaltung von regulatorischen Vorgaben.

Die Strategie, seine Lösungen im Rahmen von Enhancement Packages auszubauen, verfolgt SAP auch bei seiner Kernapplikation ERP 6.0. Erst kürzlich hat der Konzern sein zweites Erweiterungspaket für den ERP-Kern vorgestellt. (siehe auch: SAP stellt neues Erweiterungspaket für ERP 6.0 vor)

PLM sei heute nicht mehr allein eine Domäne für Ingenieure, meint Gartner-Analyst Marc Halpern. Viele Geschäftsverantwortliche arbeiteten mittlerweile verstärkt daran, Entwicklungs- und Herstellungsprozesse effizienter zu gestalten. Die Anforderungen des Marktes wie beispielsweise verkürzte Produktzyklen zwingen die Unternehmen, neue Entwicklungen schneller zur Marktreife zu bringen.

Diese Anforderungen will SAP mit dem Ausbau seiner PLM-Lösung adressieren. Die Lösung basiert auf SAPs E-SOA-Plattform. Dies ermögliche eine enge Integration mit anderen SAP-Anwendungen wie Enterprise-Resource-Planning (ERP), Customer-Relationship-Management (CRM) und Supply-Chain-Management (SCM). Darüber hinaus will der Konzern künftig eng mit Partnern und anderen Softwareherstellern zusammenarbeiten wie beispielsweise Anbietern von Computer-aided-Design-Lösungen (CAD). Dies erlaube den Anwendern, Entwicklungs- und Herstellungsprozesse auch firmenübergreifend zu steuern.

Bei einigen großen Anbietern rückt das Thema PLM seit einiger Zeit verstärkt in den Blickpunkt. So hat beispielsweise erst im Mai SAPs Erzrivale Oracle den PLM-Spezialisten Agile für fast eine halbe Milliarde Dollar geschluckt (siehe auch: Mit dem Agile-Kauf greift Oracle SAP im Industriesektor an). Bis dato hatte der Datenbank-, Middleware- und Applications-Anbieter lediglich vereinzelt PLM-Funktionen im Rahmen seiner E-Business-Suite und der zugekauften Produktlinie von J.D. Edwards zu bieten. Mit der Akquisition werteten die Oracle-Verantwortlichen ihr PLM-Portfolio deutlich auf.

Anfang des Jahres hat Siemens die Übernahme von Unigraphics Solutions (UGS) angekündigt (siehe auch: Auch die EU genehmigt Siemens die UGS-Übernahme). Rund 3,5 Milliarden Dollar überwies der Mischkonzern für den CAD- und PLM-Spezialisten an die Investment-Firmen Bain Capital, Silver Lake Partners und Warburg Pincus. Im Mai wurde der Deal nach der Genehmigung durch die Kartellbehörden abgeschlossen. Siemens gliederte die PLM-Lösungen in seine Sparte Automation and Drives (A&D) ein. (ba)