SAP knüpft sein Netz für ESA

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Um seine Enterprise Services Architecture auszubauen, sucht SAP weitere Partner. Doch trotz aller Bemühungen um eine Community zögern die Anwendern noch, sich auf ESA einzulassen. Meist bleibt es bei Experimenten.

Hier lesen Sie ...

  • wie SAP seine Enterprise Services Architecture (ESA) weiterentwickeln will;

  • was Partner und Kunden zu ESA beitragen sollen;

  • welche Rolle eine ESA-Community künftig spielen soll.

Die Kunden fragen sich, wie sie das Konzept der Enterprise Services Architecture (ESA) in ihren IT-Alltag umsetzen können", beschreibt Shai Agassi, President Product and Technology Group der SAP, die derzeit meist gestellte Forderung an das deutsche Softwarehaus. Nach wie vor geben sich die SAP-Verantwortlichen zuversichtlich, ihre Klientel von den Vorteilen der neuen Softwarearchitektur überzeugen zu können. Immer mehr Kunden würden auf das ESA-Konzept und die dazugehörige Integrationsplattform Netweaver umschwenken, bilanzierte der SAP-Vorstand Agassi zu Beginn der Kundenveranstaltung Teched 05, die vom 21. bis 23. September in Wien stattfand. 1500 Netweaver-Referenzkunden gebe es bereits. "Täglich kommen fünf neue hinzu."

Seit nunmehr fast zweieinhalb Jahren propagieren die SAP-Verantwortlichen mittlerweile mit ESA ihre Interpretation einer Service-orientierten Architektur (SOA). Im Zentrum steht dabei die Business Process Platform (BPP), die sich im Wesentlichen aus der Integrationsplattform Netweaver und einem Repository für Enterprise Services zusammensetzt. Anwender sollen künftig einzelne Geschäftsprozesse, deren Definition als Enterprise Service im Repository hinterlegt ist, mit verschiedenen Softwaremodulen abbilden können. Die Entwicklung dieser Applikationskomponenten, die sich beliebig kombinieren lassen sollen, werde SAP zufolge zügiger und effizienter funktionieren. Angesichts der stetigen Veränderungen der Geschäftsprozesse benötigten die Unternehmen eine flexible IT-Infrastruktur, lautet die Begründung für den Umbau ihrer Softwarearchitektur.

Noch steckt SAP mitten in den Bauarbeiten. Zwar stehe das Gerüst einer SOA mit der entsprechenden Infrastruktur, erläutert Agassi. "Das ist aber nicht genug." Zusätzlich sei eine einheitliche Sprache notwendig, mit der Geschäftsprozesse in den Unternehmen definiert werden könnten. Agassi verglich die Situation mit dem weltweiten Telekommunikationsnetz. Auch hier funktioniere die Infrastruktur. Wenn jedoch der Teilnehmer am einen Ende der Leitung englisch spreche, sein Gesprächspartner aber chinesisch, nutze die beste Infrastruktur nichts, wenn sich beide nicht verstehen.

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