ERP

SAP kauft Visiprise

Spezialgebiet Business-Software: Business Intelligence, Big Data, CRM, ECM und ERP; Betreuung von News und Titel-Strecken in der Print-Ausgabe der COMPUTERWOCHE.
Mit der Übernahme von Visiprise will der deutsche Softwarekonzern sein Angebot rund um Manufacturing Execution Systems (MES) ausbauen.

Mit der Übernahme des US-amerikanischen Softwareanbieters Visiprise Inc. bleiben die SAP-Verantwortlichen ihrer Akquisitionsstrategie treu. Die Walldorfer hatten in der Vergangenheit wiederholt beteuert, mit Zukäufen in erster Linie das eigene Softwareportfolio ergänzen und keine Marktanteile kaufen zu wollen. Gezielte Technologieakquisitionen sollen das organische Wachstum der Firma unterstützen, heißt es in der Walldorfer Zentrale. Die Übernahme von Visiprise soll noch im Juli dieses Jahres unter Dach und Fach gebracht werden. Finanzielle Details des Deals will der Branchenprimus für Business Software nicht verraten.

Visiprise mit Sitz in Alpharette, Georgia, entwickelt Software für die Fertigungssteuerung. Die Produkte sollen in die SAP-Lösungen integriert werden, kündigte der Konzern an. Die badischen Softwerker sehen den Deal als weiteren Schritt in ihrer "Perfect-Plant"-Strategie. Darunter versteht der Konzern Komplettlösungen für seine Kunden aus der Fertigungsindustrie. Der Softwareanbieter will dafür Gesamtpakete aus den eigenen Kernanwendungen sowie Hardware, Software und Dienstleistungen von Partnern schnüren. SAP-Kunden seien so in der Lage, ihre Produktion flexibler und ihre Geschäftsabläufe effizienter zu gestalten, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns.

"Durch die Verbindung zwischen Fertigung, Produktionsplanung und Betriebssteuerung gewinnen Fertigungsunternehmen mehr Transparenz und können die wachsenden Anforderungen ihrer globalen Kunden erfolgreich erfüllen", verspricht Jim Hagemann Snabe, Corporate Officer der SAP. Die Anwender ständen heute vor der Herausforderung, ihre Produktion innerhalb einer globalen Lieferkette planen zu müssen. Dabei gehe es insbesondere um effiziente und flexible Abläufe sowie kurze Vorlaufzeiten in der Massenfertigung.

Für seine Perfect-Plant-Strategie kombiniert der Konzern künftig seine "Business Suite" mit "SAP Manufacturing Integration and Intelligence" (SAP MII) und "Visiprise Manufacturing". Damit erhielten die Anwenderunternehmen eine durchgängige Sicht auf das gesamte Produktionsnetz. Mit Hilfe der Datenintegration zwischen verschiedenen Produktionsstandorten und einer integrierten Ressourcenplanung können die Unternehmen SAP zufolge ihre Produktionsprozesse verbessern und die Lieferkette effizienter steuern.

Visiprise arbeitet bereits seit 2005 eng mit SAP zusammen (siehe auch: SAP ergänzt ERP-Angebot um Fertigungssteuerung). Im November 2006 hatten die US-Amerikaner Finanzmittel aus dem Investitionsprogramm "SAP Netweaver Fund" erhalten. Seit Sommer vergangenen Jahres verkaufen die Walldorfer die Visiprise-Lösung unter dem eigenen Markennamen. Diese langjährige Kooperation bilde einen guten Grundstock für gemeinsame Produktstrategie und die Integration beider Unternehmen. Einzelheiten dazu will SAP erst nach Abschluss der Übernahme bekannt geben. Visiprise beschäftigt aktuell rund 200 Mitarbeiter und unterhält Büros im kalifornischen Carlsbad, im britischen Staffordshire sowie in Kiew.