In-Memory-Datenbank

SAP HANA hat bald Geburtstag

Thomas Cloer
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Nächste Woche jährt sich die Vorstellung von SAPs In-Memory-Datenbank zum ersten Mal - und HANA verkauft sich weit besser als gedacht.
SAP-CTO Vishal Sikka kann den Erfolg von HANA selbst noch nicht recht fassen.
SAP-CTO Vishal Sikka kann den Erfolg von HANA selbst noch nicht recht fassen.
Foto: SAP

SAP hatte ursprünglich 100 Millionen Dollar HANA-Umsatz angesetzt, die Prognose aber bereits auf über 200 Millionen Dollar mehr als verdoppelt. 354 Kunden mit 64.000 Endnutzern setzen HANA bereits ein, über die Hälfte davon mit Nicht-SAP-Daten. HANA ist mittlerweile mit 33 Produkten des Walldorfer Konzerns integriert; fast 2000 Berater arbeiten intern und im Channel an neuen Systemen.

"Es ist erstaunlich, was da passiert ist", erklärte SAPs Technikvorstand Vishal Sikka gegenüber dem Branchendienst "The Register". "Wenn Sie mich fragen - wir hätten uns das in unseren kühnsten Träumen nicht vorgestellt."

Mit neuen Servern will SAP noch mehr aus HANA herausholen. Ein neues Benchmark-System mit 4000 Prozessorkernen und 100 Terabyte Hauptspeicher hat nach Angaben von Sikka bei Queries gegen eine 500-Terabyte-Datenbank Antwortzeiten von 600 Millisekunden erzielt. Mit neuen Prozessoren von Intel sollte das sogar noch zu übertreffen sein; acht Hersteller bieten aktuell für HANA optimierte Hardware an.

Zur Feier des HANA-Geburtstags will SAP auch interessante Neukunden präsentieren, darunter Verträge im indischen Bankensektor und aus der Ölindustrie. Auch der mit 155 Millionen Dollar dotierte HANA Real-Tune-Fund trägt laut Sikka erste Früchte.

Foto: SAP / Stephan Daub

Sicher mit HANA fühlt der SAP-CTO sich auf der Patentseite - beruhigend angesichts der mittlerweile alltäglichen Rechtsstreite um geistiges Eigentum (auch wenn Erzrivale Oracle sich gerade erst mit seiner Klage gegen Google die Finger verbrannt hat). "Man kann zwar nie wissen, aber HANA ist schon massiv durch Patente abgedeckt", so Sikka weiter.

Überhaupt lässt 2012 sich für die SAP als gutes Jahr an. Die zuletzt vorgelegten Ergebnisse gehörten mit 88 Prozent Gewinnwachstum auf 4,88 Milliarden Euro zu den besten der Unternehmensgeschichte. Und in der vergangenen Woche erklärte die Marktforschungsfirma IDC den Konzern zum schnellstwachsenden Anbieter im Markt für relationale Datenbanken (RDBMS).

"SAPs kombiniete Einnahmen aus SAP Sybase ASE, SAP Sybase IQ, SAP Sybase SQL Anywhere und SAP HANA ermöglichten es SAP, den vierten Platz zu erobern und damit Teradata zu verdrängen", schrieb die IDC dazu. "Das ist vor allem der Ergänzung des RDBMS-Portfolios um HANA zu verdanken."