IT intim - Die Sorgen der CIOs

SAP für Banken - Pro und Kontra

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Als Sie Ende 2009 Ihre Aufgaben bei der HSH Nordbank übernahmen, war die Entscheidung für das Kernbanksystem der SAP schon gefallen. Wie leben Sie damit?
Ulrich Voß, COO der HSH Nordbank
Ulrich Voß, COO der HSH Nordbank
Foto: Voß/HSH Nordbank

Damit lebe ich ganz prima - mit all seinen Vor- und Nachteilen. Tatsächlich hatten die Vorgängerinstitute der HSH Nordbank schon vor vielen Jahren begonnen, mit der SAP zusammenzuarbeiten. SAP hat über die Jahre ihre Bank-Plattform in enger Zusammenarbeit mit mehreren Kreditinstituten entwickelt - und wir waren dabei für viele zentrale Module federführend.

Es existierten damals natürlich Alternativlösungen aus dem Umfeld der Sparkassen-eigenen IT-Dienstleister FinanzIT und SparkassenInformatik, die die HSH Nordbank auch teilweise genutzt hat. Aber da wir mehr einer Geschäftsbank als einer Sparkasse gleichen, passten die Funktionalitäten dieser Gemeinschaftssysteme nicht mit unseren Anforderungen übereinander.

Deshalb ist auch das neue Sparkassen-Standardsystem OS Plus nicht einfach auf unser Geschäftsmodell anwendbar. Und die rund 20 Prozent unserer Core-Banking-IT, die nicht bereits von der SAP stammten, sondern bis vergangenen Herbst von der FinanzIT bezogen wurden, fielen dann deren Fusion mit der SparkassenInformatik zum Opfer.

Folgerichtig haben wir uUnsere SAP-Plattform komplettiert- und konnten damit gleichzeitig unseren Zahlungsverkehr technisch und prozessual an die Postbank-Tochter BCB auslagern. Das war ein wichtiger Nebeneffekt. Eine integrierte IT-Standardlösung hat ein paar unschlagbare Vorteile: Man muss das Rad nicht mehr ständig neu erfinden. Vor allem aber nimmt SAP einem die Aufgabe ab, regulatorische Veränderungen in der Software nachzuziehen.