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SAP: Es geschehen noch Zeichen und Wunder

19.07.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Hasso Plattner hat Wort gehalten: Wie zu Beginn des Jahres von dem SAP-Vorstandsvorsitzenden prognostiziert, erreichte die deutsche Vorzeigesoftwareschmiede in ihrem zweiten Fiskalquartal eine Umsatzsteigerung von über 20 Prozent. Die Einnahmen legten gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 24 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro zu. Das Konzernergebnis stieg um 78 Prozent auf 206 Millionen Euro oder 0,65 Euro je Aktie (2Q 2000: 0,37 pro Anteilschein). Ohne Berücksichtigung des Mitarbeiterbonusprogramms "Star" sowie akquisitionsbedingter Sonderaufwendungen (Toptier) erwirtschafteten die Walldorfer einen Gewinn von 424 Millionen Euro und übertrafen ihr vergleichbares Vorjahresergebnis um 72 Prozent. Die operative Gewinnmarge kletterte von 16 auf 23 Prozent.

Insgesamt konnte die deutsche Softwareschmiede ihre Einnahmen in der EMEA-Region (Europa, Nahost und Asien) im zweiten Fiskalquartal um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 962 Millionen Euro steigern. In Nordamerika wuchs der Umsatz um zwölf Prozent auf 671 Millionen Dollar, wobei die US-Erlöse um 14 Prozent auf 516 Millionen Dollar zulegten. Im asiatisch-pazifischen Raum kletterten die Einnahmen um 15 Prozent auf 220 Millionen Dollar.

Die Softwarelizenzerlöse betrugen im zweiten Fiskalquartal 646 Millionen Euro, was einem Wachstum von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Die größte Nachfrage bestand nach den "Mysap"-Lösungen "Financials" und "HR" (Human Resources), die einen Umsatz von 240 Millionen Euro einbrachten. Das sind 48 Prozent mehr als im ersten Fiskalquartal 2001. Die Erlöse der SCM-Komponente (Supply-Chain-Management) beliefen sich auf 150 Millionen Euro, was einer Steigerung von 46 Prozent gegenüber den vorhergehenden drei Monaten entspricht. "Mysap CRM" (Customer-Relationship-Management) erzielte Einnahmen von 104 Millionen Euro (plus 55 Prozent) und "Mysap PLM" (Product-Lifecycle-Management) kam auf 48 Millionen Euro. Die "Business-Intelligence/Portals"-Variante sowie die "E-Procurement/Marketplaces"-Version brachten SAP im abgelaufenen Berichtszeitraum 104 Millionen Euro Umsatz (plus 30 Prozent) ein.

Mit diesen Zahlen trotzt SAP nicht nur dem derzeitigen Trend von Gewinn- und Umsatzeinbrüchen in der IT-Branche, sondern übertraf zudem die Erwartungen der Analysten. Diese waren nach einer Umfrage von First Call/Thomson Financial von einem Gewinn von 52 Cent pro Aktie und einem Umsatz von 1,797 Milliarden Euro ausgegangen.

Auch für das gesamte Geschäftsjahr 2001 hält die SAP AG an ihrem Ziel fest, den Umsatz um mehr als 20 Prozent zu steigern. Die operative Marge soll zudem um ein bis zwei Prozentpunkte gegenüber der Vorjahresmarge von 20 Prozent verbessert werden.

Die Anleger zeigten sich erfreut: Der SAP-Kurs legte im morgendlichen Handel am heutigen Donnerstag um 9,23 Prozent auf 155 Euro zu.