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SAP bindet Microsofts Visual Studio in Portalentwicklung ein

12.01.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - SAP und Microsoft haben die offizielle Verfügbarkeit des "Enterprise Portal Development Kit for .NET 1.0" bekannt gegeben. Es handelt sich dabei um ein Add-in für Microsofts Entwicklungsumgebung "Visual Studio .NET 2003". Mit dem Kit sind Entwickler, die mit dem Microsoft-Werkzeug arbeiten, in der Lage, Portalmodule ("Iviews") für das SAP-Portal zu entwickeln. Die Iviews binden auf diese Weise .NET-Applikationen in das "Enterprise Portal 6.0" ein. Unternehmen können so Portale bauen, die einen Zugriff sowohl auf SAP- als auch .NET-Applikationen auf gewährleisten. Damit sich der Portalnutzer nicht mehrmals anmelden muss, kann das User-Management der SAP- und .NET-Umgebungen über ein auf beide Systemwelten abgestimmtes Single-Sign-on harmonisiert werden.

Diese Integration ist nicht selbstverständlich, da SAPs Portal auf einem Server läuft, die auf der mit Microsofts .NET-Technik konkurrierenden J2EE-Plattform aufsetzt. Ein "Interoperability Framework" vermittelt hierbei zwischen Java und .NET. Dem Entwickler stehen spezielle .NET Controls zur Verfügung, mit denen er im SAP-Portal lauffähige .NET Iviews erzeugen kann.

Entwicklern steht das Portalentwicklungspaket schon seit einiger Zeit auf der Website "SAP Developer Network" zum kostenlosen Download zur Verfügung. Dort finden sich auch Anleitungen, wie Softwarespezialisten mit Visual Studio .NET Iviews bauen können. Einen ersten Prototypen hatten SAP und Microsoft im Jahr 2003 präsentiert, seit Juni 2004 ist das Modul über das "Early Adopter Programm" erhältlich.

Beide Unternehmen arbeiten daran, ihre Infrastrukturplattformen (SAPs "Netweaver" und .NET) aufeinander abzustimmen. Dies ist eine Forderung der zahlreichen SAP-Kunden, die ihre Business-Applikationen auf Windows betreiben, davon gibt es nach Angaben beider Hersteller etwa 40 000. So sind beispielsweise Integrationsmodule für die Microsoft-Produkte "Sharepoint", "Content Management Server" und "Exchange Server" geplant. Anwender sollen in der Lage sein, die Repositories dieser Lösungen in die Content-Verwaltung des Portals einzubinden. Zudem wollen beide Unternehmen ihre Web-Services-Implementierungen interoperabel machen, so dass beispielsweise Web-Services-Transaktionen über Netweaver- und .NET-gestützte Applikationen möglich werden.

Auf ähnliche Weise wie mit Microsoft arbeitet SAP auch mit IBM zusammen, um Netweaver und Websphere interoparabel zu machen. (fn)