Gestaffelter Support, keine Preiserhöhung

SAP beugt sich dem Druck der Anwender

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Die SAP AG erlaubt ihren Kunden künftig wieder die freie Wahl der gewünschten Support-Option und verteuert den Enterprise-Support 2010 nicht.

Der Walldorfer Konzern führt ein weltweit einheitliches und gestaffeltes IT-Support-Modell ein. Kunden könnten dabei entsprechend ihren Anforderungen frei zwischen Standard- und Enterprise-Support wählen. Außerdem gibt es für bestehende Enterprise-Verträge in diesem Jahr keine Preiserhöhung. Die Obergrenzen für die Support-Vergütung würden auf dem Niveau von 2009 belassen, erklärte SAP. Bis zum 15. März 2010 haben SAP-Anwender Zeit, sich für eines der Support-Modelle zu entscheiden.

Kunden aus Deutschland und Österreich können bis zum Stichtag zu den aktuell geltenden Konditionen (Preisobergrenze in 2010: 18,36 Prozent) auf Enterprise-Support wechseln. Ein späterer Umstieg schlägt mit 22 Prozent zu Buche. Das gilt ebenfalls für Nachkäufe von Lizenzen unter Enterprise Support. Der Preis für den Standard Support liegt bei maximal 18 Prozent in 2010, kann allerdings gemäß AGB der SAP in den nächsten Jahren länderspezifisch angehoben werden. Für Enterprise-Kunden besteht ebenfalls bis Mitte März die Gelegenheit, rückwirkend zum 1. Januar 2010 wieder auf Standard-Support zu wechseln.

Den Sinneswandel der SAP schreibt sich maßgeblich die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG) e. V. auf ihre Fahnen. Ihr Vorstandsvorsitzender Karl Liebstückel zeigt sich mit dem Erreichten zufrieden: "Mit diesem Schritt kann SAP ein Stück des Vertrauens der Kunden wieder zurück gewinnen. Statt Preis- und Vertragsdiskussionen rücken wieder mehr inhaltliche Fragestellungen in den Fokus und die Kunden können sich auf ihre Projekte konzentrieren. Das ist gut für alle Beteiligten."

Unabhängig von der Support-Neuregelung teilt SAP ferner mit, dass nach erfolgreicher Integration von Business Objects zwei neue Vorstandsressorts eingerichtet werden. Die Leitung des Bereichs Industry and Solution Management übernimmt der frühere Business-Objects-Chef John Schwarz; der Bereich Product Design and Development steht künftig unter der Ägide von Jim Hagemann Snabe.