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SAP bereitet Ramp-up von Business One 2005 vor

13.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - In neun Tagen startet das Ramp-Up-Programm für SAPs ERP-System für mittelständische Firmen "Business One". Dies teilte Gadi Shamia, Vice President Solution Management Small Business Solutions der COMPUTERWOCHE mit. Während dieser Phase erhalten ausgewählte Kunden das Produkt, um die Eigenschaften in der Praxis zu testen.

Laut Hersteller wartet das Release 2005 im Gegensatz zum Vorgänger mit weniger sichtbaren Neuerungen auf. Verbessert wurde das Software Development Kit, mit dem Kunden beziehungsweise Partner die ERP-Umgebung anpassen sowie mit Drittprodukten koppeln können. Ein Wizard ("Implemate") hilft bei der Installation. Während dieses Vorgangs wählt der Anwender die benötigten Module aus und legt die Währung fest. Demnächst soll es möglich sein, Schablonen einer ERP-Installation zu erzeugen, um so weitere Firmen oder Niederlassungen ohne großen Aufwand mit der gleichen Konfiguration auszustatten. Ein Migrations-Werkzeug soll es vereinfachen, bestehende Programme beim Kunden auf Business One zu migrieren.

Hersteller buhlen gern damit, dass ihr Produkt besonders einfach zu handhaben und zu installieren ist, was bei SAP-Produkten bekanntlich nicht immer der Fall ist. Unlängst hatte der Hersteller demonstrieren wollen, wie einfach sich Business One einrichten lässt (siehe "Business One: Beweis erbracht").

Ausgebaut hat SAP darüber hinaus die Anbindung an Mysap auf der Grundlage der Ablauf- und Integrationsplattform "Netweaver". Dies umfasst Möglichkeiten, Geschäftsdaten von Business One in ein zentrales Business Information Warehouse (BW) zu übermitteln, um so beispielsweise eine Konzernkonsolidierung vorzunehmen. Daten des kleinen ERP-Systems können im "SAP Enterprise Portal" dargestellt werden. Business-One-Nutzer sind damit in der Lage, Lagerbestände in einer zentralen R/3-Instanz einzusehen, Stammdaten zu harmonisieren, Bestellungen sowie Intercompany-Transaktionen abzuwickeln.

Mit diesen Funktionen wendet sich SAP an bestehende Kunden, die Business One in ihren Niederlassungen verwenden wollen. Laut Michael Schmitt, Leiter Geschäftsbereich Mittelstand, gelte dies insbesondere für ausländische Büros großer Unternehmen, die in der zentralen IT Mysap und R/3 nutzen. Die deutschen Außenbüros seien dagegen oft schon mit einem ERP-System ausgestattet. Von den rund 1000 Business-One-Installationen in Deutschland entfallen lediglich einige wenige auf deutsche Niederlassungen von Konzernen. Der überwiegende Teil sei von mittelständischen Kunden über Partner erworben worden. Kritische Stimmen behaupten, SAP würde dagegen in erster Linie Stammkunden bedienen, die eine Filiallösung wünschen und für die Mysap sowie Mysap All-in-One zu mächtig ist.

Shamia hat im Gegensatz zu Microsoft nicht vor, ERP-Produkte für Kleinstunternehmen aufzulegen. Die Redmonder hatten angekündigt, innerhalb der nächsten 18 Monate das für ein bis zwei Anwender konzipierte "Small Business Accounting" in Deutschland verfügbar zu machen (siehe "Wir wollen die Nummer 1 im Soho-Markt werden").

Dem SAP-Manager zufolge werde man sich bei der Weiterentwicklung von Business One mit der Integration neuer Funktionen zurückhalten. Ziel sei es ein stabiles ERP-Basissystem für Partner zur Verfügung zu stellen. Konkurrenten hätten den Fehler gemacht, immer mehr Features in das Kernprodukt aufzunehmen und so die Komplexität zu erhöhen. Ausnahmen bestätigen die Regel: Mit Release 2004 hatte der Hersteller ein Produktionsmodul auf den Markt gebracht (siehe "SAP erweitert Business One um Produktionsplanung"). Nahezu zeitgleich hatte Konkurrent Microsoft Business Solutions die noch immer aktuelle Version 4.0 von "Navision" vorgestellt (siehe " Microsoft adressiert mit Navision 4.0 die Kleinunternehmen"). (fn)