"Made in Brandenburg"

SAP baut IT-Zukunftsschmiede in Potsdam

14.02.2011
Der Software-Gigant SAP kommt nach Potsdam. Ein Innovationszentrum soll den Technologiestandort Berlin-Brandenburg prominent verstärken.
SAP Innovationszentrum Potsdam: CTO Vishal Sikka, Leiter Cafer Tosun und Gründer Hasso Plattner
SAP Innovationszentrum Potsdam: CTO Vishal Sikka, Leiter Cafer Tosun und Gründer Hasso Plattner
Foto: SAP / Frank Nürnberger

Und schon ist die Rede von der IT-Schmiede "Silicon Sanssouci". Die Stadt Potsdam erhält einen weiteren Schub als IT- und Wissenschaftsstandort: Europas größter Softwarehersteller SAP will in der Landeshauptstadt bis Ende 2012 ein Forschungszentrum für neue Computertechnologien errichten. Man wolle die große Ansammlung von "Know-how und Kreativität" in der Region Berlin-Brandenburg für sich nutzen und junge Talente verstärkt für sich gewinnen, teilte der Konzern am Freitag mit.

Baubeginn für das 14,3 Millionen Euro teure "SAP Innovation Center" soll im Herbst sein. In dem Gebäude am Jungfernsee sollen rund 100 neue Beschäftigte einen Arbeitsplatz finden. Erste Mitarbeiter seien bereits rekrutiert worden, hieß es.

Die rot-rote Landesregierung unterstützt die SAP-Ansiedlung mit 2,7 Millionen Euro. Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) begrüßte die Standortentscheidung für Potsdam. "Einmal mehr bestätigt sich: Das kreative, innovative und weltoffene Klima in unserer Region lockt namhafte Firmen an", sagte er. "Wir sind auch ein Stück stolz, dass SAP und 'Made in Brandenburg' künftig in einem Atemzug genannt werden können", fügte der SPD-Politiker hinzu. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hatte seine Teilnahme am Eröffnungstermin kurzfristig abgesagt.

SAP stellte das Projekt im Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik (HPI) am Campus Griebnitzsee vor, mit dem künftig noch enger kooperiert werden soll. HPI-Gründer Hasso Plattner gehört zu den Gründern des Software-Unternehmens SAP und ist heute Aufsichtsratsvorsitzender der SAP AG. Plattner sprach von einem "fantastischem Verbund" zwischen IT-Unternehmen und Hochschulen, der durch die SAP-Ansiedlung möglich werde.

Der künftige Leiter des Innovationszentrums, Cafer Tosun, hob hervor, wie viele "schlaue Köpfe" es in der Region Berlin-Brandenburg mit seinen zahlreichen Bildungs- und Forschungseinrichtungen gebe. "Silicon Valley hat Stanford, Silicon Sanssouci hat das HPI", bemerkte Tosun, der acht Jahre lang in der kalifornischen Technologie-Schmiede Silicon Valley arbeitete.

SAP ist einer der führenden Anbieter von Unternehmenssoftware. Der Konzern beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit mehr als 53.000 Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2009 einen vorläufigen Umsatz von rund 12 Milliarden Euro. (dpa/tc)