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SAP-Anleger im Kaufrausch

09.10.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - SAPs gute Prognosen für das abgeschlossene dritte Quartal und die darauffolgenden positiven Kommentare der Analysten haben am gestrigen Mittwoch für Euphorie an der Börse gesorgt: Die Aktienkurs der Walldorfer Softwareschmiede stieg bis Abend um 13,7 Prozent auf 129,51 Euro und verhalf dem Dax zu einem Plus von 1,2 Prozent auf 3395 Punkte.

SAP hatte vorab bekannt gegeben, dass es von Anfang Juli bis Ende September Softwarelizenzen im Wert von rund 430 Millionen Euro verkauft habe. Dieser Betrag entspricht in etwa dem Umsatzniveau im Vorquartal sowie im Vergleichszeitraum 2002, liegt aber deutlich über den Erwartungen der Analysten. Diese hatten mit Lizenzerlösen zwischen 370 und 380 Millionen Euro gerechnet. Die Gesamteinnahmen sollen ungefähr 1,65 Milliarden Dollar betragen, teilte SAP weiter mit. Der Quartalsumsatz fällt damit niedriger als die 1,7 Milliarden Euro im Berichtszeitraum des Vorjahres aus. Die meisten Analysten hatten jedoch mit einem geringeren Betrag gerechnet (Computerwoche online berichtete).

SAP sei in der Softwarebranche einzigartig positioniert, kommentierte die Investment-Bank Merril Lynch die guten Zahlen. Das Unternehmen könnte im vierten Quartal weitere Fortschritte erzielen, wenn die Firmen ihre IT-Jahresbudgets ausschöpfen. In seiner Kaufempfehlung geht Merrill Lynch daher von einem Kursziel von 135 Euro aus. Auch andere Analysten stärkten SAP den Rücken.

Nach dem Kaufrausch vom Vortag legt die SAP-Aktie am heutigen Donnerstag allerdings wieder eine Verschnaufpause ein: Bis 13 Uhr Mittag sank der Kurs um mehr als drei Prozent auf zirka 125 Euro. Ursache waren vermutlich Gewinnmitnahmen nach dem deutlichen Wertanstieg. Daneben haben einige Analysten das Papier wegen der unklaren Zukunftsaussichten des Konzerns von "Halten" auf "Verkaufen" heruntergestuft. So habe die Walldorfer Softwareschmiede noch nicht entschieden, ob sie die Prognosen für das Gesamtjahr 2003 anhebt. (mb)