Preisdruck soll 2011 steigen

Samsung schließt Rekordjahr ab

28.01.2011
Für den südkoreanischen Technologiekonzern Samsung Electronics lief es im vergangenen Jahr so gut wie noch nie.
Die Samsung-Zentrale in Seoul
Die Samsung-Zentrale in Seoul
Foto: Samsung

Ein starke Nachfrage nach Speicherchips und Mobiltelefonen trieb Umsatz und Gewinn 2010 auf Rekordwerte, wie der weltweit größte Produzent von Speicherchips, LCD-Fernsehern sowie die Nummer zwei auf dem Handymarkt am Freitag in Seoul mitteilte. Daran hatte auch das Schlussquartal einen großen Anteil. Zwischen Oktober und Dezember stieg der Umsatz um sieben Prozent auf 41,9 Billionen Won (etwa 27 Milliarden Euro). Der Überschuss kletterte in dieser Zeit um 13 Prozent auf 3,42 Billionen Won.

Allerdings bekommen die Südkoreaner den Preisverfall bei Speicherchips und LCD-Panels sowie im TV-Markt zu spüren. Der Preisdruck dürfte 2011 noch zunehmen. Um die Auswirkungen zu begrenzen, will Samsung die Wettbewerbsfähigkeit des Speicherchipgeschäfts steigern, das Werbebudget kürzen und mehr hochpreisige Smartphones und Tablet-PCs verkaufen. Für das laufende Jahr rechne man mit einer typischerweise schwachen ersten Hälfte und einem starken zweiten Halbjahr, sagte Samsung-Manager Robert Yi. Eine weitere Aufwertung des koreanischen Won könne sich negativ auf die Gewinne auswirken.

Auch wenn die Preise für Speicherchips, wie sie in PCs und vielen anderen Geräten der Unterhaltungselektronik eingesetzt werden, unter Druck stehen, konnte Samsung die Marge dank des gestiegenen Verkaufs von höherpreisigen Chips halten. Im zweiten Halbjahr sei mit einer stärkeren Nachfrage für RAM-Speicherchips zu rechnen. Bei den LCD-Bildschirmen drückten hohe Lagerbestände bei den Händlern auf die Preise. So konnte Samsung zwar um Schlussquartal zehn Prozent mehr verkaufen, musste aber einen Erlösrückgang von einem Prozent verkraften.

Das Android-Smartphone "Galaxy S" gehört zu Samsungs Verkaufsschlagern.
Das Android-Smartphone "Galaxy S" gehört zu Samsungs Verkaufsschlagern.
Foto: Samsung

Das Geschäft mit Handys wie dem "Galaxy S" lief auf Hochtouren. Zwischen Januar und Dezember gingen 280 Millionen Mobiltelefone mit dem Samsung-Logo über den Ladentisch, das waren fast ein Viertel mehr als noch vor einem Jahr. Im laufenden Jahr soll der Verkauf der höherpreisigen und damit gewinnträchtigen Smartphones mit 60 Millionen Stück doppelt so hoch ausfallen wie noch im vergangenen Jahr. Bei den Fernsehern konzentriert sich das Unternehmen auf die LED-Technik und will sein Angebot bei den 3D-fähigen Fernsehern ausweiten und neben dem Premium-Segment verbreitern.

Im Gesamtjahr erreichte der Konzernumsatz den Rekordwert von 154,63 Billionen Won. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 16,15 Billionen Won und damit 65 Prozent mehr als vor einem Jahr. (dpa/tc)