Zierliche und schnelle externe SSD

Samsung Portable SSD T1 im Test

05.02.2015
Von Michael Schmelzle
Klein, leicht und schnell soll die Samsung Portable SSD T1 sein. Im Test machen wir den Tempocheck und klären, welche Einsatzzwecke den recht hohen Anschaffungspreis für die externe Festplatte rechtfertigen.

Die Samsung Portable SSD T1 bietet in einem Gehäuse von der Größe eines nur 9 Millimeter dünnen Zippo-Feuerzeugs bis zu einem Terabyte Speicherplatz. Damit passt die externe Solid State Drive problemlos in wirklich jede Hand-, Hemd- und Hosentasche. Das kompakte Samsung-Modell ist mit einem Federgewicht von unter 30 Gramm zudem auch schön leicht.

Im Inneren der T1 steckt die mSATA-Version der Samsung SSD 850 Evo, die die Koreaner in ein schwarzes Gehäuse aus aufgerautem Plastik gepackt haben. Ein Bridge-Chip übersetzt intern von SATA 3 auf USB 3.0. Ist die T1 mit einem Rechner verbunden, leuchtet die LED neben der Anschlussbuchse blau, ein Blinken signalisiert, dass die Samsung-SSD aktuell Daten überträgt. Samsung bietet die Portable SSD T1 mit 250, 500 sowie 1000 Gigabyte an. Die Straßenpreisen liegen aktuell bei 190, 300 sowie 600 Euro.

 Blinkt bei der Datenübertragung: Die blaue Leuchtdiode der Samsung Portable SSD T1
Blinkt bei der Datenübertragung: Die blaue Leuchtdiode der Samsung Portable SSD T1
Foto: Sasmung

Die Samsung Portable SSD T1 kommt mit einem 13 Zentimeter kurzen USB-3.0-Anschlusskabel sowie einem kleinen Handbuch. Auf der SSD selbst befindet sich die Verschlüsselungs-Software. Per Autostart oder mit einem Klick auf die ausführende Datei richten Sie unter Windows mit wenigen Mausklicks eine 256-Bit-AES-Verschlüsselung per Passwort ein (siehe Bildgalerie ganz oben). Auf die externe SSD mit Abmessungen von 71 x 53 x 9 Millimetern gewährt Samsung 3 Jahre Garantie.

Über ein Tool können Sie die Samsung Portable SSD T1 per Passwort verschlüsseln.
Über ein Tool können Sie die Samsung Portable SSD T1 per Passwort verschlüsseln.

Samsung hat uns für den Test das 500-GB-Modell zur Verfügung gestellt. Alle Benchmarks erfolgen mit der Werk-Formatierung exFAT. Der nutzbare Speicherplatz der Samsung Portable SSD T1 500GB liegt bei knapp 466 Gigabyte. Die Messungen erfolgen an Rechnern mit unterschiedlicher CPU-Chipsatz-Kombination unter Windows 7 und 8.1.

Im Datenblatt verspricht Samsung für alle T1-Varianten eine sequenzielle Lese- und Schreibrate von bis zu280 MB/s über USB 3.0 sowie bis zu 450 MB/s über die Protokollerweiterung UASP (USB Attached SCSI Protocol), die von Windows 8 nativ und unter Windows 7 für Intel-Chipsätze via Treiber-Update nutzbar ist. Unter Windows 7 kommt die Samsung Portable SSD T1 allerdings auch nicht mit dem UASP-Treiber an die Herstellerangaben heran und unter Windows 8.1 durchbricht nur der Test-PC mit dem USB-3.0-Controller von Intel die 400-MB/s-Grenze.

Tempo der Samsung Portable SSD T1 unter Windows 8.1

Unter Windows 8.1 basiert der erste Test-PC auf dem Intel-Prozessor Core i5 4690K, 8 GB RAM und einem Mainboard mit Z97-Chipsatz am Intel-USB-Root-Hub xHCI (Treiberversion: 6.3.9600). Test-Rechner Nummer 2 setzt auf die Kombination aus dem Achtkerner AMD FX9370 und 8 GB RAM in einer Hauptplatine mit 990FX-Chipsatz, die einen USB-3.0-Controller von ASMedia verwendet.

Maximales Tempo gibt's nur auf Windows-8.1-Rechnern mit Intel-Chipsatz: Datenraten beim sequenziellen (links) sowie zufälligen Lesen und Schreiben.
Maximales Tempo gibt's nur auf Windows-8.1-Rechnern mit Intel-Chipsatz: Datenraten beim sequenziellen (links) sowie zufälligen Lesen und Schreiben.

Sehr gut schneidet der erste Test-Rechner mit dem Intel-Chipsatz im CrystalDiskMark ab. Beim sequenziellen Schreiben sind es bis zu 425 MB/s und das Lesetempo erreicht mit 443 MB/s tatsächlich fast das vom Hersteller versprochene Maximum. Ebenso eindrucksvoll sind die durchschnittlichen Datenraten von gut 385 MB/s beim Schreiben und rund 410 MB/s beim Lesen - das sind sensationell hohe Transferraten für eine externe USB-3.0-SSD. Konkurrenzmodelle wie die Freecom mSSD erreichen aufgrund fehlender UASP-Unterstützung nur Datenraten von maximal 330 MB/s.

Am zweiten Test-PC mit dem UASP-Treiber von ASMedia erreicht die Samsung-SSD im Schnitt nur 75 Prozent ihres Geschwindigkeitspotentials aus: Die höchsten Datenraten erzielt das T1-Modell wieder im CrystalDiskMark beim sequenziellen Schreiben mit maximal 305 MB/s sowie 324 MB/s beim Lesen. Durchschnittlich sind es rund 280 MB/s beim Schreiben und 300 MB/s beim Lesen.

Windows-8.1-Rechner, die auf den Standard-UASP-Treiber von Microsoft angewiesen sind, reizen das Tempo der Samsung Portable SSD T1 nur zu 75 Prozent aus: Datenraten beim sequenziellen (links) sowie zufälligen Lesen und Schreiben.
Windows-8.1-Rechner, die auf den Standard-UASP-Treiber von Microsoft angewiesen sind, reizen das Tempo der Samsung Portable SSD T1 nur zu 75 Prozent aus: Datenraten beim sequenziellen (links) sowie zufälligen Lesen und Schreiben.

Zu den großen Stärken einer Solid State Drive gehören die Zugriffszeiten, hier ist die T1-SSD auf beiden Windows-8.1-Testrechnern mit einer mittleren respektive maximale Zugriffszeit von 0,10 sowie 0,18 Millisekunden einer herkömmliche externe USB-3.0-Festplatte haushoch überlegen: Ein ferromagnetisches Laufwerk wie unser 2,5-Zoll-Testsieger Seagate Backup Plus Slim Portable 2 TB kommt hier auf Werte zwischen 8,8 und 18,2 Millisekunden. Die T1-SSD greift also 80- bis 100mal schneller auf Daten zu - ein Unterschied der sich im Praxiseinsatz deutlich zu spüren ist.

Wollen Sie die Samsung T1 auch als tragbares Betriebssystem nutzen oder Programme direkt von der SSD starten, sind die Datenrate beim zufälligen Lesen und Schreiben ein entscheidender Tempofaktor. Auch hier kann das T1-Modell vor allem am USB-Controller von Intel (Ergebnisse am ASMedia-Controllers in Klammern) mit einem Lese- und Schreibtempo von rund 395 (300) sowie fast 390 (288) MB/s bei 512-KB-Blöcken grandios auftrumpfen. Die Datenrate beim Lesen und Schreiben von 4-KB-Blöcken mit knapp 27 (20) MB/s respektive rund 40 (27) MB/s fällt hingegen vergleichsweise schwach aus.

Tempo der Samsung Portable SSD T1 unter Windows 7

Die Tests unter Windows führen wir an einem PC mit Intel Core i5 4690K, 8 GB RAM und einem Mainboard mit Z97-Chipsatz zunächst am Intel-USB-3.0-Root-Hub (Treiberversion: 3.0.0.16) durch. Im Anschluss installieren wir den aktuellen UASP-Treiber von Intel. Die höchsten Datenraten (Testergebnisse ohne UASP in Klammern) erzielt die Samsung-SSD im CrystalDiskMark beim sequenziellen Schreiben mit maximal 337 (314) MB/s. Das Lesetempo liegt mit gut 318 (288) MB/s etwas darunter. Durchschnittlich sind es knapp 290 (240) MB/s beim Schreiben und fast 279 (276) MB/s beim Lesen.

Samsung Portable SSD T1 500GB unter Windows 7 mit dem UASP-Treiber: Datenraten beim sequenziellen (links) sowie zufälligen Lesen und Schreiben.
Samsung Portable SSD T1 500GB unter Windows 7 mit dem UASP-Treiber: Datenraten beim sequenziellen (links) sowie zufälligen Lesen und Schreiben.

Beim zufälligen Lesen und Schreiben erreicht das T1-Modell unter Windows 7 mit einem Schreibtempo von gut 297 (218) MB/s bei 512-KB-Blöcken analog zu den sequenziellen Datenraten nur circa 75 Prozent ihres Leistungspotentials. Dafür können die Schreibraten bei 4-KB-Blöcken mit 65 (73) MB/s voll überzeugen und sind sogar zwei- bis dreimal so hoch wie unter Windows 8.1, während die Lesegeschwindigkeit mit 221 (213) MB/s respektive rund 30 (31) MB/s nicht ganz so eindrucksvoll ausfällt.

Samsung Portable SSD T1 500GB unter Windows 7: Datenraten beim sequenziellen (links) sowie zufälligen Lesen und Schreiben.
Samsung Portable SSD T1 500GB unter Windows 7: Datenraten beim sequenziellen (links) sowie zufälligen Lesen und Schreiben.

Keine signifikanten Tempounterschiede unter Windows 7 und 8.1 gibt es bei den Zugriffszeiten, allerdings sind die Werte mit UASP-Treiber unter WIndows 7 noch etwas besser: Wir messen eine mittlere Zugriffszeit von 0,08 (0,11) Millisekunden, maximal sind es 0,15 (0,17) Millisekunden.

Test-Fazit zur Samsung Portable SSD T1

Sie schätzen maximales Tempo bei der Datenübertragung, weil Sie große Datenmengen transportieren müssen, die Sie nicht der Cloud anvertrauen wollen? Sie müssen ganze Betriebssystem-Installation in der Hosentasche für unterschiedliche Client-Rechner griffbereit haben? Sie kopieren und sichern ständig hoch aufgelöste Videos? In all diesen Fällen könnte die Samsung Portable SSD T1 die ideale externe Festplatte für Sie sein. Mit bis zu 440 MB/s ist das Samsung-Modell die aktuell schnellste externe USB-3.0-SSD auf dem Markt. Im Vergleich zu herkömmlichen Festplatten bietet Sie bis zu viermal so hohen Datenraten und blitzschnellen Zugriffszeiten und so eine enorme Zeitersparnis. Zudem findet die zierliche und leichte SSD überall Platz und fällt kaum ins Gewicht.Das maximale Tempo gibt es aber nur unter Windows 8.1 mit einem aktuellen UASP-Treiber von Intel

Das hohe Tempo hat allerdings seinen Preis: Sie müssen, je nach Modell, zwischen 60 und 76 Cent pro Gigabyte hinblättern - bei einer herkömmlichen externen Festplatte kostet Sie das Gigabyte mit 6 bis 8 Cent nur ein Zehntel. Nicht jedermanns Sache ist auch das stabile, aber billig anmutende Plastikgehäuse der Samsung Portable SSD T1. Legen Sie auch Wert auf gediegenes Aussehen und Haptik, bietet sich als Alternative die bis zu 330 MB/s schnelle Freecom mSSD an, die in ein Gehäuse aus gebürstetem Aluminium verpackt ist.

Die zierliche Festplatte liegt gut in der Hand: Samsung Portable SSD T1
Die zierliche Festplatte liegt gut in der Hand: Samsung Portable SSD T1
Foto: Samsung

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag von der PC-Welt. (mhr)