Cross-Licensing vereinbart

Samsung kauft Android-Lizenz - von Microsoft

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Microsoft und Samsung haben ein Cross-Licensing-Abkommen angekündigt, in dessen Rahmen die Südkoreaner Lizenzgebühren für ihre Smartphones und Tablets mit Android-Betriebssystem zahlen.

Neben dem Patentaustausch werden Microsoft und Samsung bei der Weiterentwicklung und Vermarktung von Windows Phone kooperieren, wie Microsoft mitteilt. Der deutsche Patentexperte Florian Müller, der die unzähligen Rechtsstreite in der Mobilfunkbranche in seinem Blog "FOSS Patents" verfolgt, wertet die Übereinkunft als Beweis dafür, dass erstens Android mit Intellectual-Property-Problemen behaftet ist, die man durch Zahlung von Lizenzgebühren lösen muss, und dass zweitens Google auch nach dem Kauf von Motorola Mobility nicht in der Lage sein wird, Android patentrechtlich zu schützen.

Nach HTC hat Microsoft nun mit Samsung auch den zweitgrößten Android-OEM "überzeugen" können, Lizenzgebühren für das Redmonder Patentportfolio zu zahlen - dazu kommen noch sechs weitere, eher kleinere Unternehmen. Ob der südkoreanische Konzern nun immer noch das nächste "Nexus"-Handy von Google liefern darf, bleibt abzuwarten.

Samsung engagiert sich damit jedenfalls weiterhin an allen möglichen Plattformfronten - neben dem hauseigenen Bada bietet der Konzern, der allein in den USA rund 28.000 Patente hält (und damit mehr als Motorola Mobility weltweit), weiter auch Smartphones mit Android und Windows 7 an. Außerdem ist es neben Intel die zweite treibende Kraft hinter dem neuen Mobil- und Embedded-Linux Tizen.