Für unter 500 Euro

Samsung Galaxy Tab Active kommt in den Handel

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Mit etwas Verspätung bringt Samsung in dieser Woche das auf der IFA vorgestellte Android-Tablet Galaxy Tab Active in den deutschen Handel. Das acht Zoll große Ruggedized-Gerät richtet sich primär an Business-Kunden, ist bei einem Kampfpreis von unter 500 Euro (mit LTE) jedoch auch z. B. für Outdoor-begeisterte Privatanwender interessant.
Von den Nehmerqualitäten des Galaxy Tab Active konnte sich die Computerwoche und andere Pressevertreter in der Kältekammer von Globetrotter in München überzeugen.
Von den Nehmerqualitäten des Galaxy Tab Active konnte sich die Computerwoche und andere Pressevertreter in der Kältekammer von Globetrotter in München überzeugen.

Während sich Android-Geräte im Business generell noch etwas schwer tun, gibt es Einsatzbereiche, wo sich ihnen ein klarer Vorteil gegenüber den dominierenden iPads bietet. Bislang hat sich Apple nämlich noch nicht dazu herabgelassen, spezielle iPads für raue Umgebungsbedingungen herauszubringen. Und auch die verfügbaren Hüllen bieten zwar Schutz vor Feuchtigkeit, Staub und Stürzen, beseitigen jedoch zum Beispiel nicht ein anderes bekanntes Manko, nämlich die Wärme- und Kälteempfindlichkeit der Apple-Tablets. Der Hersteller aus Cupertino gibt seine iOS-Geräte nämlich nur für den Temperaturbereich zwischen 0 und 35 Grad frei.

Der Wettbewerber Samsung hat mit dem Galaxy Tab Active nun ein Ruggedized-Tablet für Business-Kunden hervorgebracht, das über diese und weitere Schwächen erhaben ist. Um den Anforderungen der angepeilten Klientel zu entsprechen, wurde der Flachmann den Koreanern zufolge zusammen mit einer Reihe von Fortune-500-Firmen, darunter Pepsico und DHL entwickelt. Resultat ist ein robustes 8-Zoll-Tablet mit Android, das gemäß IP67 staub- und wasserdicht (bis 1 m, maximal eine Stunde) ist und nach dem MIL-STD 810G zertifiziert ist.

Hart im Nehmen

In der Praxis bedeutet dies, dass das Tablet mit der im Lieferumfang enthaltenden Schutzhülle Stürze bis zu einer Höhe von 1,2 Metern unbeschadet übersteht. Ohne Hülle steckte es bei einem Kurztest Stürze aus bis zu einem Meter Höhe weg. Auch bei Tests in der Kälte- und Regenkammer von Globetrotter in München bewies das Galaxy Tab Active seine Nehmerqualitäten - das Device erträgt laut Samsung bis zu 95 Prozent relative Luftfeuchtigkeit und kann bei Temperaturen zwischen -20 und +60 Grad bedient und aufbewahrt werden. Da gerade bei Minusgraden die Fingerbedienung schwerfällt, spendierte Samsung dem Cover des Galaxy Tab Active eine Aufnahme für einen Spezialstift (C-Pen).

Autor und Tablet in der Regenkammer von Globetrotter
Autor und Tablet in der Regenkammer von Globetrotter
Foto: Samsung

Positiv hervorzuheben ist außerdem der wechselbare (aber nicht hot swappable) Akku des Galaxy Tab Active. Der 4450 mAh fassende Energiespender soll aber bereits mit einer Akkuladung zehn Stunden Laufzeit ermöglichen. Das Nachladen ist via MicroUSB oder eine spezielle Ladeschale (Pogo-Pin-Anschluss) möglich.

Trotz der erforderlichen Schutzmaßnahmen ist es Samsung beim Galaxy Active Tab gelungen, Maße und Gewicht einigermaßen in den Griff zu bekommen. So bringt das 8-Zoll-Tablet weniger als 400 Gramm (393 Gramm) auf die Waage; die Dicke blieb knapp unter 10 Millimetern.

Wie bei Ruggedized-Geräten allgemein üblich sind auch bei dem kleinen Samsung-Tablet die Hardware-Features bestenfalls mittelklassig. Das - leider nicht matte - Display löst nur 1280 x 800 Bildpunkte auf, Motor des Flachmanns ist ein Snapdragon-400-Prozessor mit vier Kernen und einer Taktrate von 1,2 GHz. Die Quadcore-CPU greift dabei auf 1,5 GB RAM zu, der eingebaute Speicher beträgt 16 GB, kann aber via microSD-Karte erweitert werden.