Analyse von 225 Terrorfällen

Sammelwut der NSA hilft kaum gegen Terrorismus

Simon verantwortet als Program Manager Executive Education die Geschäftsentwicklung und die Inhalte des IDG-Weiterbildungsangebots an der Schnittstelle von Business und IT. Zuvor war er rund zehn Jahre lang als (leitender) Redakteur für die Computerwoche tätig und betreute alle Themen rund um IT-Sicherheit, Risiko-Management, Compliance und Datenschutz.
Nachdem sie 225 Terrorfälle in den USA seit 2001 analysiert hat, kommt die Denkfabrik "New America Foundation" zu dem Schluss, dass die massenhafte Sammlung von Telefongesprächsdaten durch die NSA "keinen erkennbaren Einfluss auf deren Verhinderung" gehabt habe.

In der Mehrheit der Fälle hätten traditionelle Ermittlungsmethoden wie der Einsatz von Informanten oder die Befragung von Familienmitgliedern die entscheidenden Hinweise auf die Täter erbracht, lautet das Fazit einer Untersuchung, die die unabhängigen Politikforscher gestern in Washington vorstellten. Verantwortlicher Autor der Studie ist Terrorexperte Peter Bergen, der dem Denkfabrik-Programm "Nationale Sicherheit" vorsteht.

Die Denkfabrik "New America Foundation" hat ihre Untersuchungsergebnisse gestern öffentlich gemacht und kommt zu dem Schluss, das die Telefonüberwachung innerhalb der USA fast nichts zur Terroraufklärung beiträgt.
Die Denkfabrik "New America Foundation" hat ihre Untersuchungsergebnisse gestern öffentlich gemacht und kommt zu dem Schluss, das die Telefonüberwachung innerhalb der USA fast nichts zur Terroraufklärung beiträgt.
Foto: New America Foundation

Lediglich in einem Fall habe die NSA mit ihrer Telefonüberwachung dazu beigetragen, Ermittlungen gegen einen Terrorhelfer in San Diego einzuleiten, der eine somalische Terrorgruppe finanziell unterstützt hatte. Eine direkte Beteiligung an einem Terroranschlag gegen die USA sei hier aber auch nicht gegeben gewesen, so die "New America Foundation".

"Das Problem der US-Terrorermittler ist nicht, dass sie noch mehr Informationen aus Überwachungsmaßnahmen brauchen, sondern, dass sie die Informationen, die sie aus traditioneller Ermittlungsarbeit gewonnen haben und bereits besitzen, nicht ausreichend verstehen oder teilen", heißt es in der Untersuchung.