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Sammelklage gegen AOL-Software

03.02.2000
eco e.V. pflichtet bei

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - US-Anwälte haben im Namen von vorgeblich acht Millionen Nutzern vor einem US-Bezirksgericht in Alexandria eine Sammelklage ("Class Action Suit") gegen America Online eingereicht. Ihrer Ansicht nach blockiert die aktuelle Client-Software "AOL 5.0" andere, bereits zuvor auf einem PC installierte Internet-Zugänge. AOL-Sprecher Rich D´Amato hält die Vorwürfe für vollkommen haltlos. Es stimme zwar, dass sich die Zugangssoftware unter bestimmten Umständen in Windows als Standard-Internet-Zugang verankere. Darauf, so der Sprecher weiter, werde bei der Installation aber ausdrücklich hingewiesen. So die Anwender die entsprechende Option ausdrücklich bestätigten, träfen sie ihre Wahl bewusst. Außerdem verhindere die resultierende Konfiguration keineswegs die Einwahl über alternative ISPs (Internet-Service-Provider).

Auch in deutschen Landen rührt sich der Widerstand gegen AOL 5.0. Die im eco Electronic Commerce Forum e.V. vereinte deutsche Internet-Wirtschaft hat in einer Pressemitteilung die gleichen Vorwürfe erhoben wie in den USA. Bei deutschen ISPs gebe es bereits eine "Anrufflut" von Verbrauchern, die nach der Installation von der AOL-Software mit erheblichen Computerproblemen zu kämpfen hätten. "Es ist empörend, dass ein so renommierter Online-Dienst wie AOL auf dem Rücken der Verbraucher zu derart unfairen Mitteln greift", beschwert sich stellvertretend Felix Höger von der NDH Internet Services AG in Köln.