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Samba zeigt Xandros und Linspire die rote Karte

10.07.2007
Eins der wichtigsten Open-Source-Projekte wechselt auf die neue General Public License und schließt zwei Linux-Distributionen aus.

Das Projekt Samba wird mit dem nächsten Release des Datei- und Drucker-Servers für Linux und Windows unter der neuen GPLv3 und deren abgespeckte Variante LGPLv3 erscheinen. Um die Neuerung deutlich zu machen, hat die Entwicklergruppe einen Nummerierungssprung beschlossen. Statt der nächsten vorgesehenen Version 3.0.26 erscheint gleich das Release 3.2.0. Alle bisherigen Varianten, also, die mit der Nummer 3.0.x oder niedriger bleiben unter der alten GPLv2.

Anwender können weiter mit älteren Samba-Versionen arbeiten, für die es – wie bisher – Sicherheits-Fixes geben wird, bis sie nicht mehr weit verbreitet sind. Allerdings wird es neue Samba-Features nur noch unter der GPLv3 geben. Außerdem wird man mit Programmen auf Basis von GPLv2 oder LGPLv2 nicht mehr die Libraries von Samba 3.2 (und künftigen Versionen) adressieren können. In solchen Fällen wird ein Wechsel solcher Programme auf die GLPv3 oder deren L-Ausgabe zwingend erforderlich. Ansonsten ändert sich für Entwickler, die an Samba arbeiten, nichts; denn sie haben ihren Code bisher schon "für jede spätere Version der GPL" beigetragen.

Das Samba-Team betont, es übernehme mit der GPLv3 deren Vorkehrungen gegen "diskriminierende" Patentabkommen nach Art des Novell-Microsoft-Vertrags, die nach dem 28. März 2007 geschlossen wurden. "Samba-Distributoren, die solche Abkommen über Patentzusicherungen nach diesem Stichtag abgeschlossen haben, besitzen kein Recht zum Vertrieb irgendwelcher Samba-Versionen unter der GPLv3 (Samba 3.2 oder jünger)." Damit kann Novell weiterhin aktuelle Samba-Varianten mit seinen Linux-Distributionen vertreiben. Aber Xandros und Linspire, deren Verträge mit Microsoft jüngeren Datums sind, dürfen nur noch alte Versionen bis zum Release 3.0.x verwenden. (ls)