Dreamforce

Salesforce macht Big-Data-Wellen

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Salesforce hat zur Eröffnung seiner Hausmesse Dreamforce in San Francisco eine neue Lösung für Big Data Analytics angekündigt.

Überraschend kam das Announcement nicht mehr wirklich - Salesforce.com-Chef Marc Benioff hatte schon im September den Twitter-Rand nicht halten können und "versehentlich" erste Andeutungen zur Expansion in den Analytics-Markt losgelassen. Mit Wave ("The Analytics Cloud") sollen vor allem Vertriebs- und Marketing-Profis Daten aus Salesforce-Systemen untersuchen und grafisch ansprechend aufbereiten können. Neben Daten aus Salesforce‘ eigenen Anwendungen zur Vertriebsunterstützung kann Wave auch Informationen aus Systemen von beispielsweise Microsoft, SAP und Informatica analysieren sowie auch maschinengenerierte Daten (das zielt natürlich Richtung Splunk).

"Wir sehen da einen großen Bedarf bei unserer Kundenbasis", zitiert die "New York Times" den Salesforce-Produktchef Alex Dayon. "Die mussten bislang zu Lösungen von Drittanbietern greifen, die eigentlich für Daten-Analysten konzipiert sind." Salesforce Wave soll auch auf mobilen Endgeräten schöne Reports anzeigen. Bei der Visualisierung von Daten hatten sich bislang nur wenige Spezialanbieter hervorgetan, allen voran Tableau. Salesforce wittert hier vermutlich ganz richtig noch einiges Potenzial. "Es ist eine Weile her, seit wir [den Einstieg in] einen derart großen Markt angekündigt haben", sagt Manager Dayon. "Analytics ist ein Marktsegment mit einem Volumen von 42 Milliarden Dollar, und dafür brauchen die Leute eine neue Cloud-basierte Plattform."

Die Dreamforce dürfte San Francisco ordentliche Einnahmen, aber auch verstopfte Straßen bescheren: Zuletzt hatten sich nach Angaben von Salesforce.com 135.000 Menschen für eine Teilnahme an der Konferenz registriert, das entspricht einem Sechstel der Einwohner der kalifornischen Stadt. "Die Stadt wird komplett stillstehen", prophezeite laut "Wall Street Journal" jedenfalls CEO Benioff, der (ähnlich wie seine Lehrmeister Larry Ellison) gern den Mund ordentlich voll nimmt. Als Sprecher bietet Salesforce.com unter anderem Marc Andreessen, Hillary Clinton, Tony Robbins, Eckhart Tolle sowie für das abendliche Konzert Neil Young und Bruno Mars auf.