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Salesforce.com warnt vor IPO-Risiken

07.06.2004

Der mit Spannung erwartete Gang an die Börse erweist sich für Salesforce.com zunehmend als eine schwierige Geburt: Der CRM-Anbieter hatte das Going Public bereits Mitte April aufgrund einer Umstellung der Bilanzierung verschieben müssen. Knapp ein Monat später war das Unternehmen aus San Francisco dann gezwungen, die für Ende Mai geplante Erstemission von Aktien wegen Verletzung der Schweigefrist (Quiet Period) für unbestimmte Zeit auf Eis zu legen. Nun warnte das Unternehmen zudem davor, dass es bei einem IPO (Initial Public Offering) unter Umständen verklagt werden könnte.

Hintergrund ist ein längerer Artikel über den Salesforce-Gründer und –CEO Marc Benioff, der am 9. Mai in der "New York Times" erschien. Zwar wich Benioff Fragen bezüglich des anstehenden IPO mit Verweis auf die von der US-Börsenaufsicht SEC auferlegte Schweigefrist aus. Weil aber der Artikel innerhalb der 14-tägigen Quiet Period vor dem Börsengang veröffentlicht wurde, einigten sich Benioff und SEC, den auf bis zu 85 Millionen Dollar geschätzten IPO zu verschieben (Computerwoche.de berichtete).

Dies reicht unter Umständen allerdings nicht aus: In einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC merkte der Siebel-Konkurrent.com nun an, dass ein Gericht in einer Aktionärsklage dennoch die Auffassung vertreten könnte, dass die Company mit dem Zeitungsartikel oder anderen Publikationen gegen das Wertpapiergesetz verstoßen habe. Damit könnte Salesforce.com eventuell dazu gezwungen werden könnte, noch ein Jahr nach dem IPO die ausgegebenen Aktien zum Bezugspreis zurückzukaufen.

Damit wäre unter Umständen sogar die Existenz des Unternehmens in Gefahr - wenn der Aktienkurs deutlich einbricht. Die Kalifornien kündigten jedoch an, sie würden in einem solchen Fall energisch gegen Vorwürfe reagieren. (mb)