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Salesforce.com mit fulminantem Börsendebüt

24.06.2004
Der Hosted-CRM-Anbieter Salesforce.com legte am gestrigen Mittwoch einen gelungenen Börsengang hin. Die Aktie lag bei Börsenschluss 56 Prozent über dem Ausgabepreis.

Nach einer Serie von Rückschlägen legte der Hosted-CRM-Anbieter (Customer Relationship Management) Salesforce.com am gestrigen Mittwoch einen gelungenen Börsengang hin: Die Aktie (gehandelt unter dem vielsagenden Kürzel "CRM") ging mit 17,20 Dollar aus dem Handel - 6,20 Dollar oder über 56 Prozent teurer als der Ausgabepreis von elf Dollar. Laut Thomson Financial handelte es sich damit um den besten Hightech-IPO (Initial Public Offering) an der New York Stock Exchange (Nyse) seit Mai 2001.

Das starke Interesse der Anleger erlaubte es der Company noch im Vorfeld, den Ausgabepreis für die zehn Millionen Aktien über der bereits angehobenen Bookbuilding-Spanne von neun bis zehn Dollar festzusetzen. Dabei standen die Vorzeichen für den IPO gar nicht gut: Im vergangenen April musste Salesforce.com seinen Börsengang erstmals verschieben. Die US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) hatte das Unternehmen dazu aufgefordert, seine Vertriebsprovision historisch einheitlich zu bilanzieren, damit potenzielle Anleger Ergebnisse direkt vergleichen könnten. Im Mai gab es dann eine weitere Verzögerung, nachdem die Firma ihre Schweigefrist (Quiet Period) verletzt hatte.

Seinen Anteil an den rund 110 Millionen Dollar hohen IPO-Erlösen will Salesforce für Investitionen aufwenden. Die Firma ist ein Vorzeigeunternehmen unter den Anbietern von Software, die über das Netz im Abonnement vertrieben wird. Der erfolgreiche Börsengang wird von vielen Marktbeobachtern als weitere Bestätigung für das Geschäftsmodell gesehen, das aus Sicht von Analysten klassische Softwarefirmen wie SAP, Oracle und Peoplesoft gefährden könnte. Konkurrent Siebel hat unterdessen selbst gemeinsam mit IBM ein Hosted-CRM-Modell erfolgreich eingeführt. (mb)