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Salesforce.com kritisiert SAPs On-Demand-Modell

17.02.2006
Einem Manager zufolge sind die Walldorfer mit ihren Konzepten sieben Jahre zu spät dran.

Der für den asiatisch-pazifischen Markt verantwortliche Salesforce.com-Manager Steve Russel meint, SAP hinke mit seiner unlängst vorgestellten On-Demand-Lösung dem Markt hinterher. Die Walldorfer kämen sieben Jahre zu spät damit raus. Zwar würden sich SAP und auch Microsoft inzwischen für das Geschäftsmodell interessieren, sie seien jedoch bei der Umsetzung nicht sehr flott: "SAP will mit ihren On-Demand-Lösungen nicht den Markt für kleine und mittelständische Firmen adressieren - eine Verteidigungsstrategie um die eigene installierte ERP-Kundenbasis zu schützen."

Tatsächlich sieht SAP Firmen dieser Größe nicht als Zielgruppe an. "Unser Modell ist für 100 User und mehr gedacht. Da werden sicher viele dabei sein, die bereits SAP-Kunden sind - was ich angesichts ihrer Menge auch nicht weiter schlimm finde", so Firmenchef Henning Kagermann im Interview mit der COMPUTERWOCHE (siehe SAP: "On-Demand schadet dem Lizenzgeschäft nicht").

Analysten von IDC meinen, 80 Prozent der Fortune-2000-Firmen werden sich in den nächsten zwei Jahren nach Business-Applikationen umschauen, die über das Internet bedient werden können.

Salesforce.com will jedoch die etablierten Hersteller nicht nur im Applikationsgeschäft angreifen. Mit "App Exchange", einer Online-Entwicklungsplattform für Geschäftsapplikationen, sollen im Stile von SAPs "Netweaver" neue Lösungen entstehen, die Partnerfirmen entwickeln und über das Internet an die Salesforce.com-Kunden verkaufen. Im Gegensatz zu Netweaver müssten Firmen hierzu keine Infrastruktur im eigenen Haus betreiben. (fn)