360 Kilo beschlagnahmt

Sächsischer Dark-Web-Handel für Drogen aufgeflogen

13.03.2015
Im Angebot waren Kokain, Ecstasy, LSD und Marihuana. Fast ein Jahr waren sächsische Fahnder einem Drogenhändler auf der Spur. Kunden konnten das Rauschgift übers Internet bestellen.

Bestellung im Netz, Zahlung per Vorauskasse, Lieferung mit der Post: Die Polizei in Leipzig hat nach rund einjährigen Ermittlungen einen weltweit agierenden Online-Versand für Drogen zerschlagen. Insgesamt wurden rund 360 Kilogramm Drogen mit einem Marktwert von mehr als vier Millionen Euro beschlagnahmt, wie der Chef der Kripo Leipzig, Petric Kleine, am Donnerstag sagte. Laut Polizei ist dies einer der bisher größten Drogenfunde in Deutschland. Vor der Presse präsentierte sie Berge von beschlagnahmtem Kokain, Ecstasy, LSD und Marihuana.

Gleich säckeweise konnte die Polizei die Drogen sicherstellen.
Gleich säckeweise konnte die Polizei die Drogen sicherstellen.
Foto: Polizei Sachsen

Den Großteil - 320 Kilogramm - entdeckten die Beamten am 26. Februar bei einer Durchsuchung in der Wohnung eines 20-jährigen Leipzigers, der noch bei seinen Eltern lebte. Er wurde zusammen mit einem Kurierfahrer verhaftet und sitzt in Untersuchungshaft. Am vorigen Mittwoch gab es zudem bundesweit 38 Durchsuchungen, bei denen fünf weitere Verdächtige verhaftet wurden. Der zuvor nicht polizeibekannte 20-Jährige hat nach den bisherigen Ermittlungen auf der Online-Plattform weltweit Drogen zum Verkauf angeboten.

Die Lieferung erfolgte weltweit als Einschreiben oder an Paketstationen. Die Drogen stammten laut Polizei unter anderem aus den Niederlanden. "Wir gehen von mehreren tausend Kunden aus", sagte Kleine. Einzelheiten nannte er nicht. Die Ermittlungen liefen noch. Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz betonte: "Wir werden auch versuchen, die Leute, die auf der Plattform bestellt haben, zu ermitteln. Wer bestellt hat, macht sich strafbar." Er sprach von einer neuen Form der Kriminalität.

Wer jetzt auf die Plattform "Shiny Flakes" geht, landet bei der Polizei Sachsen - die macht dort Werbung für Jobs bei der Polizei. (dpa/tc)