POD - Ein mobiles Rechenzentrum

RZ im Container jetzt auch von HP

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Hewlett-Packard (HP) reiht sich ein in die Reihe der Hersteller, die komplette Rechenzentren in Container packen.

Bei HP nennt sich das Ganze "POD" (Performance Optimized Data Center). Das blaue "Data Center in-a-box" soll in den USA ab Ende des dritten Quartals und im Rest der Welt einige Monate später erhältlich sein. Preise sind noch nicht bekannt. Bei der Konkurrenz - vergleichbare Container bieten unter anderem schon Sun Microsystems, Rackable Systems sowie die IBM an - beginnen die Preise bei einigen Hunderttausend Dollar und können bis die Millionen gehen.

HP lässt die Container von der Tochterfirma EYP Mission Critical Facilities entwerfen und planen. Gebaut werden sie im Kundenauftrag, die Lieferzeit gibt Hewlett-Packard mit sechs Wochen an. Kunden können sich übrigens auch Ausrüstung in ihr POD bauen lassen, die nicht von Hewlett-Packard stammt. Zielgruppe sind Anwender, deren vorhandene Rechenleistung oder Energie- und Kühlsystem an ihre Grenzen stoßen. Ein weiteres Einsatzgebiet ist natürlich auch Disaster Recovery.

In das POD von HP passen beim 40-Fuß-Container 22 Server-Schränke mit 50 U Höhe. Das reicht aus für 1100 Server-Einschübe mit 1U oder alternativ 12 Petabyte Storage-Kapazität (in Form von 12.000 3,5-Zoll-Festplatten). Die Leistungsdichte beträgt dabei 1800 Watt pro Quadratfuß, deutlich mehr als die 250 Watt in einem herkömmlichen RZ. In der abgeschlossenen Umgebung lasse sich die Temperatur besser steuern, so der Anbieter.

Im POD von HP stehen die Server nur auf einer Seite des Containers.
Im POD von HP stehen die Server nur auf einer Seite des Containers.
Foto: HP

Anders als bei Sun mit seinen "Modular Data Center" befinden sich in HPs POD die Racks nur auf einer Seite des Containers. Über eine Schiebetür auf der Rückseite sind die Systeme auch von hinten zugänglich (wenn es nicht gerade regnet zumindest). Mit wenig Platz zwischen den Schränken versucht HP die "Heißer-Gang-kalter-Gang"-Konfiguration herkömmlicher Rechenzentren nachzuahmen, damit sich das Bedienpersonal möglichst wenig umgewöhnen muss.

Dass die neuen POD gleich weggehen wie warme Semmeln, ist nicht zu erwarten. Die Verkäufe in diesem Jahr werde wohl "sehr gering" ausfallen, räumt Steve Cumings ein, Director of Infrastructure in der Konzernsparte Scalable Computing and Infrastructure. "Für einige Dinge sind diese PODs eine großartige Lösung", sagt der HP-Mann. "Sie ergänzen aber nur traditionelle Data Center. Wir gehen also nicht davon aus, dass jeder plötzlich auf Container umsteigt."

Microsoft ist übrigens bereits ein großer Fan von Container-RZs - es will in einer neuen Niederlassung in Chicago mehr als 200 solche kompakten Data Center unterbringen (Hersteller noch unbekannt)…