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Russland auch nach Wahl Goldgrube des Ostens

26.02.2008
Von pte pte
Russland wird seine wirtschaftspolitischen Bestrebungen auch künftig auf das Wachstum von Wirtschaftszweigen konzentrieren, die außerhalb der Öl- und Gasindustrie liegen. Vor dem Hintergrund der mit Spannung erwarteten Präsidentenwahl am 2. März gehen Analysten der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) http://www.ba-ca.at in ihrer Standortanalyse davon aus, dass Russland seine wirtschaftliche Entwicklung weiter voran treiben wird, um an geopolitischer Bedeutung zu gewinnen. "Putin tritt nur wegen der Amtszeitbeschränkung ab. Im Falle eines Wahlsiegs des von ihm unterstützten Präsidentschaftskandidaten Dmitri Medwedew würde Putins Einfluss als Ministerpräsident auch weiterhin bestehen bleiben", unterstreicht BA-CA-Russland-Experte Hans Holzhacker im pressetext-Interview.

Laut des Russischen Statistikamts übertrifft das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts mit 8,1 Prozent für 2007 die kühnsten Prognosen. "Ich rechne damit, dass keine fundamentalen Änderungen auf der wirtschaftspolitischen Tagesordnung zu finden sein werden. Es ist aber damit zu rechnen, dass vor allem Industriebereiche wie die Automobil- und Flugzeugbranche künftig noch stärker ausgebaut werden", meint Holzhacker weiter. Des Weiteren sei davon auszugehen, dass infrastrukturelle Modernisierungsmaßnahmen die wirtschaftliche Entwicklung unterstützen. Laut dem Experten ist Russland derzeit die zehntgrößte Volkswirtschaft und erreichte 2007 ein nominelles Bruttoinlandsprodukt von 942 Mrd. Euro.

Russland-Kenner prognostizieren, dass die bisherigen Triebkräfte dieser Entwicklung wie der private Konsum und Investitionen auch künftig das Wirtschaftsbild Russlands bestimmen. Vor dem Hintergrund eines Anstieg des privaten Konsums um 13,1 Prozent eröffnet das rasante Wachstum vor allem ausländischen Unternehmen viele lukrative Investments (pressetext berichtete: http://pressetext.at/pte.mc?pte=080209006 ). "Das Wachstum kommt nicht von ungefähr, da Russland derzeit einen ungekannten Bedarf an ausländischen Gütern, speziell Investitionsgütern besitzt", weiß der Experte auf Nachfrage von pressetext. Gemäß einer Untersuchung des Russischen Statistikamts kauften 2007 rund 61 Prozent der befragten Unternehmen importierte Waren.

Die Analysten der BA-CA erwarten im Hinblick auf die Entwicklung Russlands 2008, dass das Bruttoinlandsprodukt um 6,7 Prozent und die Löhne um zwölf Prozent ansteigen. Somit bleiben die Aussichten für das Investitionswachstum auch im laufenden Jahr sehr positiv - und das trotz verschlechterter internationaler Bedingungen samt einer Neukalkulierung des Risikos mit höheren Finanzierungskosten. "Wir erwarten, dass das Investitionsvolumen um 14 Prozent zunimmt, da fast 60 Prozent des Maschinenparks über zehn Jahre als sind. Daher besteht ein großer Bedarf an neuen Geräten", meint Holzhacker abschließend. (pte)