Technology Business Management

Running IT as a Business

Frank Bastian ist Partner bei der Information Services Group (ISG) Germany.
Lässt sich die IT wie ein ganz normales Geschäft betreiben? Eine Reihe internationaler Großkonzerne zeigt, dass das geht.

Mit den Werkzeugen des Technology Business Management (TBM) verschaffen sie sich erstmals die erforderliche Transparenz. Sie ermitteln die Kosten und die Qualität ihrer Services, messen deren Wertbeitrag zum Business und machen so die IT entlang der gesamten Wertschöpfungskette steuerbar.

Technology Business Management kann für mehr Transparenz und eine verbesserte Wertschöpfung sorgen.
Technology Business Management kann für mehr Transparenz und eine verbesserte Wertschöpfung sorgen.
Foto: Ismagilov_shutterstock.com

Digitalisierte Wertschöpfung

Wer "Value of IT" bei Google eingibt, erhält stolze 300 Millionen Treffer. Nicht ohne Grund - ist die Frage nach dem Wertbeitrag der IT doch fast so alt wie die IT selbst. Wirklich belastbare Antworten gab es bisher allerdings keine. Ein Defizit, das die CIOs gegenüber einer wachsenden Zahl von Stakeholdern in Erklärungs­not bringt. Die Digitalisierung der Wertschöpfung verlangt eine immer weiter reichende Unterstützung der Geschäftsabläufe durch IT.

Digital Leader aufgepasst! - Foto: IDG

Digital Leader aufgepasst!

Gleichzeitig emanzipie­ren sich die Fachbereiche und prüfen selbstbewusst die Möglichkeiten, die ihnen Cloud Computing und Consumerization der IT bieten. Zudem muss sich die Konzern-IT mit dem Controlling auseinandersetzen, um die jährlichen Kürzungen ihrer Budgets in einem vertretbaren Rahmen zu halten. Und als wären dies nicht bereits Baustellen genug, nehmen auch die Transparenzpflichten gegenüber den Aufsichtsbehörden permanent zu.

TBM - Das ERP des CIO?

Doch Hand aufs Herz: Welcher CIO kann den Kollegen in den Fachbereichen oder im Controlling tatsächlich sagen wie hoch der Wertbeitrag seiner IT ist, um einen Geschäftsprozess wie die Endmontage eines Fahrzeugs auszuführen oder ein Unternehmensziel wie den Ausbau der Kundenbindung zu erreichen? Und ganz abgesehen von der belastbaren Darstellung geschäftlicher Mehrwerte - wer ist tatsächlich bereits in der Lage, die Kosten seiner IT auf die Anforderungen des Business belastbar herunterzubrechen?

Dass sich die Sprachlosigkeit gegenüber den Fachbereichen überwinden lässt, zeigt eine Reihe internationaler Konzerne deren IT-Verantwortliche die Werkzeuge des Technology Business Management anwenden. TBM bietet Vorgehensweisen, mit denen CIOs den unmittelbaren Business-Bezug ihrer Kosten und Leistungen verdeutlichen. Gleichzeitig vermittelt ihnen TBM ein umfassendes Lagebild dazu, wie ihre IT-Wertschöpfungskette performt. Und das in Echtzeit. Aus der Sicht der CIOs funktioniert eine TBM-Lösung wie eine Art ERP-System, mit dem sie ihre IT in vergleichbarer Weise monitoren und steuern können, wie es zum Beispiel der Werksleiter eines Fahrzeugbauers bereits seit Jahrzehnten tut.

Das IT-Performance-Modell

Die hierzu erforderliche Transparenz zu schaffen ist jedoch alles andere als trivial. Vor allem in den mittlerweile etwa 120 internationalen Konzernen die zu den Vorreitern des Technology Business Management zählen. Sprechen wir hier doch über IT-Shops mit zehnstelligen Budgets, hunderten von IT-Systemen, zahlreichen externen Dienstleistern und Tausenden von Mitarbeitern die weltweit verteilt arbeiten.

Um die Datenströme solch heterogener IT-Großlandschaften business-gerecht auszuwerten, ist echte Grundlagenarbeit erforderlich. Gilt es doch eine durchgängige Analyse- und Steuerungsplattform zu errichten welche die aktuelle Performance und die Kosten aller Services so aufbereitet, dass sie sich in einen unmittelbaren Bezug zu den Business-Domänen setzen lassen die es zu unterstützen gilt. Als Grundlage einer solchen Plattform empfiehlt sich der Aufbau eines durchgängigen IT-Performance-Modells.