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RSA schluckt Xcert

06.02.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Für 67,5 Millionen Dollar in bar kauft der Sicherheitssoftware-Hersteller RSA Security den auf Software für digitale Zertifikate spezialisierten Anbieter Xcert. Vor allem an dessen Kunden dürfte RSA interessiert sein.

Mit der Akquisition der in Privathand befindlichen Xcert International Inc, Walnut Creek, will RSA Security Inc., Bedford, ihren Anteil am Markt für Public-Key-Infrastrukturen (PKI) erhöhen. Xcert besitzt mit seiner "Sentry"-Produktlinie eine komplette Lösung für die Ausgabe und Verwaltung von digitalen Zertifikaten - ein Anwendungsfeld, dass RSA mit seinen "Keon"-Produkten ebenfalls abdeckt. Trotzdem ergänzen sich die Lösungen, erklärt Scott Schnell, Senior Vice President Worldwide Marketing bei RSA. So kann Sentry bis zu acht Millionen Zertifikate verwalten, besitzt eine Registration Authority und unterstützt Cross-Zertifikate, die vor allem Behörden und Banken fordern. Der Keon-Server arbeitet dagegen sehr schnell. Die beiden Programme sollen nun mit ihren jeweiligen Stärken bis Ende dieses Jahres zusammengeführt werden.

Daneben dürften für RSA die Xcert-Kunden von besonderem Interesse sein. Zu ihnen gehören verschiedene Banken und Anbieter von Zertifikatsdienstleistungen. Mit dem Xcert-Kunden und -Mitinhaber Marconi Plc. hat RSA bereits am Tag der Übernahme eine Vereinbarung über den Einsatz von RSA-Verschlüsselungsprodukten bekannt gegeben. Der Kommunikationskonzern bietet unter anderem verschiedene Internet-Dienstleistungen an. Hierzu gehören auch Sicherheitsservices.

Mit Xcert übernimmt RSA rund 150 Mitarbeiter. Dieses Geschäftsjahr soll das neue Geschäft rund 10 Millionen Dollar zum Umsatz beitragen. Im darauffolgenden Jahr erwartet das Unternehmen 20 Millionen Dollar zusätzlichen Umsatz. RSA selbst verbucht Einnahmen in Höhe von rund 250 Millionen Dollar im Jahr.