Aus für Linksys

Router-Spezialist wird zur Cisco Consumer Group

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Das 2003 von Cisco gekaufte Unternehmen Linksys hört organisatorisch auf zu existieren. Die Tochter wird zur Cisco Consumer Business Group umgewandelt.

Im Consumer- und Soho-Geschäft war Cisco bislang eher eine kleine Nummer. Trotz der Zukäufe von Linksys oder dem Unterhaltungselektronik-Spezialisten Kiss schafften es die Netzwerker nicht, ihren Namen als starken Brand im Consumer-Umfeld zu etablieren. Die Endverbraucher kauften in ihren Augen immer noch primär Produkte von Linksys oder Kiss.

Dies soll sich nun ändern, indem die Expertise des Cisco Consumer-Geschäfts in der CBG gebündelt wird. Die Gruppe konzentriere sich dabei auf die Entwicklung von Produkten und Lösungen, die sich speziell an private Anwender sowie den SOHO-Bereich (Small Office/Home Office) richten. Allerdings scheint Cisco nicht ganz auf die Zugkraft des Linksys-Namens verzichten zu wollen. Die Produkte selbst sollen nämlich künftig weiter unter dem Label "Linksys by Cisco" verkauft werden. Damit trägt Cisco wohl der Tatsache Rechnung, dass Linksys vor allem im semiprofessionellen Bereich einen guten Ruf hat und über eine treue Fangemeinde verfügt. Dort werden die Linux-basierenden Router vor allem deshalb geschätzt, weil sie mit selbst entwickelter Firmware (etwa Tomato) sehr gut an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden können.

Doch all dies sind nur Vermutungen, im besten PR-Sprech liest sich die Begründung für die Entscheidung so: "Die Consumer-Strategie der Cisco Consumer Business Group ist auf den Übergang von Home Networking 1.0, wo Heimnetzwerke überwiegend aus einer Breitbandverbindung zwischen PCs und einzelnen Peripheriegeräten bestehen, hin zu Home Networking 2.0 ausgerichtet, wo das Zuhause mit einer zunehmenden Anzahl von Multimedia­Geräten und -Services bestückt ist."

Noch existiert Linksys im Web allerdings als Brand mit eigener Homepage.