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Rote Zahlen bei Ada heizen wilde Gerüchte an

11.07.2005
Nach Verlusten im abgelaufenen Geschäftsjahr befürchten Insider Entlassungen. Außerdem steht möglicherweise ein Verkauf der Ada-Has-Gruppe an Investoren an.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Ada Das Systemhaus GmbH, Willich, hat das abgelaufene Geschäftsjahr mit Verlusten abgeschlossen. Dem Haus nahestehende Quellen sprechen deshalb von großen wirtschaftlichen Problemen und von umfangreichen Kostenreduzierungen, die über Entlassungen realisiert werden müssten.

Sowohl der Betriebsrat als auch der Vorstand von Ada dementierten gegenüber COMPUTERWOCHE ONLINE, dass es in der Folge des schlechten Geschäftsjahres (Ende: 30.6.2005) bei Ada zu Entlassungen kommen werde.

Nach Informationen, die COMPUTERWOCHE ONLINE vorliegen, soll das zu den fünf größten Systemhäusern Deutschlands zählende Unternehmen das Geschäftsjahr 2005 (Ende: 30. Juni 2005) mit roten Zahlen im siebenstelligen Bereich abgeschlossen haben.

Der Vorstandsvorsitzende Joachim Prinz bestätigte, dass die Geschäftsführung für vergangenen Montag eine turnusmäßig stattfindende Mitarbeiterversammlung einberufen hatte. Auf dieser habe er die Mitarbeiter informiert, dass die Ada Das Systemhaus GmbH im abgelaufenen Geschäftsjahr einen erklecklichen Verlust erlitten hat. Dieser dürfte bei etwa 700.000 Euro liegen. "Allerdings", so Prinz weiter, "handelt es sich hierbei um vorläufige Zahlen." In den vergangenen vier Jahren habe Ada hingegen positive Zahlen geliefert.

Prinz dementierte vehement, dass es wegen der Verluste zu Entlassungen kommen werde. "Ich habe auf der Veranstaltung mehrfach gesagt, dass es keinen Jobabbau geben wird."

Roland Priebe, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der Ada, bestätigte diese Aussage. "Ada hat auch in der Vergangenheit schon immer nur sehr zögerlich Entlassungen vorgenommen". Wenn aus betrieblichen Gründen Kündigungen anstanden, habe man immer versucht, die von Entlassung bedrohten Mitarbeiter anderweitig - etwa im hauseigenen Call-Center - zu beschäftigen.

Priebe bestätigte, dass es beim Tochterunternehmen in Hamburg, der Has Program Service GmbH, sehr viel mehr Probleme gebe: "Die Has hat uns immer viele Sorgen gemacht." Hier hätten auch früher in der Tat erhebliche Personalreduzierungen stattgefunden. Brancheninsider sagen, dass bei dem Softwareanbieter, der sich auf das Versicherungswesen konzentriert, in der Vergangenheit einige Softwareprojekte weg gebrochen sind.

Die Ada Systemhaus GmbH war 1987, die Has Program Service GmbH bereits 1970 gegründet worden. Beide Firmen wurden im Jahr 2000 als Ada-Has Gruppe zusammengeführt. Über den beiden GmbHs firmiert die administrative Einheit der Ada-Has IT-Management AG, die ebenfalls in Willich angesiedelt ist.

Auf der Mitarbeiterversammlung wurde den Angestellten laut der vorliegenden Information ferner mitgeteilt, dass die Ada-Has Gruppe möglicherweise verkauft werden müsse. Es gebe derzeit acht Interessenten. Hierbei handelt es sich nach den Informationen vorwiegend um Investoren.

Vorstandsvorsitzender Prinz verwies darauf, dass Pläne zum Verkauf der gesamten Gruppe schon länger diskutiert würden. Die Ergo Versicherungsgruppe AG hatte vor Wochen ein Bankhaus in Frankfurt beauftragt, mögliche Kaufinteressenten zu sondieren, bestätigt Prinz. Ergo ist mit 67 Prozent Hauptanteilseigner der Ada-Has Gruppe. Der Signal-Iduna-Versicherungskonzern hält bis auf einen Anteil von 1,08 Prozent, der einem Einzelaktionär gehört, das restliche Aktienpaket. Prinz bestätigte, dass es "namhafte Kaufinteressenten" gibt. Eine Quelle, die nicht genannt werden will, sagte, dass Deutschlands mit Abstand führendes Systemhaus, die Bechtle AG, kein Interesse an einem Kauf hat.

Ada sieht sich selbst als IT-Dienstleister für Versicherungen, Banken, Telekommunikationsunternehmen, Energieversorger, das Gesundheitswesen, Öffentliche Auftraggeber, Industrieunternehmen und für den großen Mittelstand.

Das Unternehmen bietet Beratung, Betreuung und Wartung von System-, Netzwerk- und Telekommunikationslösungen an. Außerdem verfügt Ada über ein ASP-Rechenzentrum sowie ein eigenes Call-Center.

Has hat sich als reines Softwareunternehmen auf Versicherungen und Krankenkassen spezialisiert. Die Kernkompetenz des Hamburger Unternehmens liegt in den Bereichen Versicherungsvertrieb, Bestandsführung, Health Care sowie Business Intelligence.

Die Ada Has IT-Management AG ist als Holding der administrativ übergeordnete Part der beiden GmbHs. Hier arbeiten zirka 50 Mitarbeiter unter anderem im Rechnungswesen. (jm)