Rosskur der IT GmbHs schlägt an

11.11.2004
Von Holger Neinhaus
Die selbständigen IT-Einheiten deutscher Konzerne sehen einen leichten Aufwärtstrend für ihr Geschäft. An strategischer Bedeutung konnten diejenigen gewinnen, die ihr Portfolio stark überarbeitet haben.

Hier lesen Sie ...

  • welche Produktstrategie die IT GmbHs in den kommenden zwölf Monaten verfolgen;

  • wie sie auf den anhaltenden Umsatzschwund reagieren;

  • welchen Herausforderungen sie sich aufgrund des stärkeren Wettbewerbs stellen müssen;

  • wie sie ihre Rolle im Unternehmen verbessern und stärken wollen;

  • wie sie die Outsourcing-Angebote externer Dienstleister zur eigenen Neupositionierung nutzen.

Auf einem guten Weg aus der Krise sehen sich solche IT GmbHs, die sich auf Leistungen beschränken, mit denen sie wettbewerbsfähig sind, und die gleichzeitig einen echten Mehrwert für den Mutterkonzern liefern. Randaktivitäten haben sie dagegen an externe Partner ausgelagert. Das ergab die jährlich von der Unternehmensberatung SMP AG aus Düsseldorf betriebene Befragung, an der sich in diesem Jahr über 300 IT-Einheiten beteiligten. 63 von ihnen haben zu ihrem aktuellen Status und den zukünftigen Herausforderungen ausführlich Stellung bezogen. Ein ganzer Markt wird geschlossen

In jüngster Zeit haben sich im Markt der IT-Töchter und IT-Bereiche deutliche Konsolidierungstendenzen gezeigt. Verursacht wurde diese Entwicklung durch das Bestreben der Konzerne, die IT-Kosten drastisch zu senken. Ein Übriges tat die Enttäuschung darüber, dass sich die erhofften Erfolge vieler IT-Töchter am externen Markt nicht eingestellt haben. Die Übernahme ganzer IT-Einheiten durch große Outsourcing-Dienstleister, die Fusion von IT-Töchtern oder die komplette Reintegration in den Konzern erwecken den Eindruck, ein komplettes Marktsegment werde ausverkauft.

Abkehr vom Vollsortiment

Die diesjährigen SMP-IT-Studie bestätigt dieses Endzeitszenario nicht. Das Management der IT-Einheiten hat sich an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst und Maßnahmen ergriffen, um die Konzern-IT wieder als wertschaffende, zentrale Unterstützungsfunktion zu positionieren. Unterm Strich ist das Gros der Teilnehmer zuversichtlich, dass eine eigene, im Konzern verankerte IT-Einheit ihren Einfluss behalten wird (siehe Tabelle "Strategische Bedeutung der IT GmbHs"). Klare Vorstellungen haben die Teilnehmer auch von dem künftigen Leistungsportfolio der IT-Einheiten. Anwendungsentwicklung und das Projektgeschäft sind auch künftig elementarer Bestandteil der konzerneigenen IT, das Geschäft mit Hardware dagegen nicht. Langfristig stellen die Studienteilnehmer sogar die strategische Bedeutung der IT-Operations, also des Betriebs der IT-Infrastruktur, in Frage. Deutlicher könnten die Geschäftsführer der IT-Unternehmen kaum artikulieren, den einstigen

Anspruch eines internen Full-Service-Providers aufgegeben zu haben.

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