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Ron Sommer will UMTS-Versteigerung verhindern

19.04.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Angesichts der horrenden Gebote, die gerade in Großbritannien für Lizenzen des kommenden Mobilfunkstandards UMTS abgegeben werden, bekommt Telekom-Chef Ron Sommer offenbar kalte Füße. Er appellierte im Rahmen der Bilanzpresskonferenz des Bonner Carriers an die Politik, die auch in Deutschland vorgesehene Auktion der Lizenzen nochmals zu überdenken. Es könne nicht angehen, dass andernorts (vor allem in Skandinavien) die UMTS-Lizenzen kostenlos an lokale Player vergeben würden, in Deutschland aber die Carrier massive Wettbewerbsnachteile hätten, indem sie Unsummen für eine Genehmigung ausgeben müssten. Die Europäer könnten sich nicht zum einen auf die Fahnen schreiben, die USA in puncto Informationstechnik zu überflügeln (wie jüngst in Lissabon erklärt), andererseits aber ihren eigenen Unternehmen derartige Hindernisse in den Weg legen.

Deswegen müsse, so Sommer, das Telekommunikationsgesetz (TKG) entsprechend geändert werden. In Berlin habe man zwar das Problem bereits erkannt, wolle aber offenbar nur dann aktiv werden, wenn auch die Briten und Franzosen zu entsprechenden Alternativen bereit seien.