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Ron Sommer ist sauer auf die Deutsche Bank

13.08.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Telekom-Chef Ron Sommer hat die Deutsche Bank wegen des umstrittenen Verkaufs von 44 Millionen T-Aktien in der vergangenen Woche scharf angegriffen. In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" warf Sommer der Bank "gravierende Arbeitsfehler" vor, durch die das Vertrauen der Kleinanleger "massiv erschüttert" worden sei. Das Geldinstitut müsse nun "alles tun, um dieses Vertrauen zurückzugewinnen." Zudem kritisierte der Telekom-Chef, dass sein Unternehmen im Vorfeld der Transaktion nicht einmal unterrichtet worden sei.

Gleichzeitig kündigte Sommer eine juristische Überprüfung der Vorgänge an. Sollten sich dabei Unregelmäßigkeiten herausstellen, so könnte dies erhebliche Konsequenzen für die geschäftlichen Beziehungen beider Konzerne haben. Immerhin sei bei der Telekom in nur wenigen Tagen ein Wert von 40 Milliarden Mark vernichtet worden, sagte Sommer. Die Deutsche Bank hatte am Dienstag vergangener Woche - einen Tag nach einer Kaufempfehlung für das Papier - 44 Millionen T-Aktien im Auftrag von Großkunden an der Börse platziert und damit einen Kurssturz der Aktie ausgelöst, der sich auch heute fortsetzte (Computerwoche online berichtete). Bis dato hat die Aktie seither über 20 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Die Deutsche Bank lehnte bislang eine offizielle Stellungnahme zu den Vorgängen ab.

Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" (FTD) wollen sich hochrangige Vertreter beider Unternehmen noch in dieser Woche zu einem Krisengespräch treffen, um über ihre künftige Zusammenarbeit zu beraten.