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Rollt der "intelligente Ball" schon zur WM 2006?

06.12.2005
Der Weltfußballverband Fifa ist offenbar noch uneins darüber, ob das Funk-Tracking-System für die Torerkennung schon ausgereift ist.

Dem Schiedsrichter eine große Hilfe, den Fußball-Nostalgikern eine Horrorvorstellung - der Ball, der selbst erkennt, ob er die Torlinie in vollem Umfang überquert hat. Das von Adidas entwickelte Spielgerät mit eingebautem Chip ist im September bei der U-17-Weltmeisterschaft in Lima offiziell zum Einsatz gekommen - mit negativem Ergebnis, wie der Brancheninformationsdienst C-Net News.com meldet. "Die Technologie ist noch nicht soweit", wird der Fifa-Generalsekretär Urs Linsi dort zitiert.

Das Tracking-System besteht im Wesentlichen aus einem Microchip, der ein Funksignal aussendet, sowie zwölf in Höhe der Eckfahnen platzierten Antennen. Wenn der Ball die Torauslinie zwischen den Pfosten passiert, sollen die Antennen diese Information an einen Computer weitergeben. Der schickt innerhalb einer Sekunde ein Signal an das Empfangsgerät am Handgelenk des Schiedsrichters. Presseberichten zufolge hat dieses Gerät im Pilottest einige Male "goal" gemeldet, obwohl der Ball über das Gestänge geflogen oder im Außennetz gelandet war.

Möglicherweise wird das System bei der anstehenden Club-Weltmeisterschaft in Japan ein zweites Mal erprobt. Endgültig werde die Fifa aber erst im März kommenden Jahres über den Einsatz bei der WM in Deutschland entscheiden, schrieb die "Berliner Morgenpost" mit Berufung auf den Fifa-Medienchef Markus Siegler.

Adidas gibt sich ohnehin gelassen: Man habe mit dieser Entscheidung gerechnet, so tönt es aus Herzogenaurach. Als offizieller WM-Sponsor wird Adidas den WM-Ball auf jeden Fall produzieren - auch ohne das gemeinsam mit der in Karlsbad ansässigen Cairos Technolgies AG entwickelte Funk-Tracking-System. (qua)