Web

Neuer Browser

Rockmelt will das Social Web erobern

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Das Silicon-Valley-Start-up Rockmelt hat einen gleichnamigen Browser ganz speziell für das Social Web entwickelt.
Marc Andreessen - also wenn das kein Egghead ist...
Marc Andreessen - also wenn das kein Egghead ist...

Die Idee eines besonders "sozialen Browsers" ist beileibe nicht neu - schließlich gibt es den auf Firefox basierenden "Flock" schon eine ganze Weile, allerdings ohne dass er nennenswerten Markanteil erobert hätte. Rockmelt hat aber möglicherweise bessere Karten, nicht zuletzt weil seine Entwickler primär von der Venture-Capital-Firma Andreessen Horowitz finanziert werden, hinter der die beiden früheren Netscape-Manager Marc Andreessen (immerhin Erfinder des allerersten Browers "Mosaic") und Ben Horowitz stehen. Mit CTO Tim Howes und Eric Vishnia (früher bei Opsware) kommen auch weitere wichtige Rockmelt-Manager aus dem Netscape-Dunstkreis.

Rockmelt basiert technisch allerdings nicht auf der an Mozilla übergegangenen Netscape-Codebasis, sondern vielmehr auf Googles quelloffenem Chromium-Projekt und damit auch der Open-Source-Rendering-Engine WebKit (relativ unverständlich ist angesichts dessen aber, dass Rockmelt das "antiquierte" Konzept getrennter Eingabefelder für URLs und Suchbegriffe verwendet). Ansonsten sind die hervorstechendsten UI-Ideen von Rockmelt zwei schmale Leisten für Kontakte und Social-Web-Dienste am linken und rechten Fensterrand sowie ein "Share"-Button zwischen den erwähnten Eingabefeldern. Die Interaktion des Nutzers mit Services wie Twitter und Facebook läuft dabei über das Data Center von Rockmelt. Nutzer müssen dazu registriert und eingeloggt sein.

"Das ist der Anfang von dem, wie unserer Einschätzung nach Browser im nächsten Jahrzehnt aussehen werden", erklärte Vishnia gegenüber der "New York Times". Auf www.rockmelt.com kann man ab sofort (via Facebook Connect) den Zugang zur Vorabversion von Rockmelt beantragen.