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Dienstagsgerücht

Rocket Internet will diese Woche Börsenpläne bekanntgeben

09.09.2014
Die Startup-Schmiede Rocket Internet steht offenbar kurz vor der offiziellen Enthüllung ihrer Börsenpläne.

Diese Woche - frühestens am Mittwoch - wolle das auf Internetfirmen spezialisierte Unternehmen seine Pläne für einen Börsengang verkünden, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag und verwies auf mit der Transaktion vertraute Kreise. Demnach sollen ausschließlich neue Aktien ausgegeben werden. Rocket strebe einen Erlös von 750 Millionen Euro an, heißt es. Das Unternehmen werde mit fünf Milliarden Euro bewertet.

Oliver Samwer, CEO von Rocket Internet
Oliver Samwer, CEO von Rocket Internet
Foto: Rocket Internet

Rocket Internet war 2007 von den Brüdern Oliver, Marc und Alexander Samwer gegründet worden und bringt hauptsächlich Startups - also junge Unternehmen - auf den Weg. Zu den Firmen, die unter dem Dach von Rocket groß geworden sind, gehört auch der Modehändler Zalando, der in der vergangenen Woche seine Börsenpläne verkündet hat. Rocket Internet wollte sich am Dienstag nicht zu dem Bericht äußern. "Gerüchte kommentieren wir grundsätzlich nicht", hieß es bei dem Unternehmen auf Nachfrage von dpa.

Den unbestätigten Informationen zufolge stehen der Zeitplan für den Börsengang und die genaue Bewertung noch nicht ganz fest. Es wird davon ausgegangen, dass Rocket die Erlöse aus dem Börsengang nutzen will, um die internationale Expansion seiner Online-Unternehmen voranzubringen. Im Blick hat der Konzern dabei vor allem Märkte außerhalb der USA und Chinas. Zu den Firmen aus dem Rocket-Reich gehören unter anderem der auf Wohnaccessoires spezialisierte Shopping-Club Westwing sowie der Putzhilfe-Vermittler Helpling.

Die Zentrale von Rocket Internet in Berlin
Die Zentrale von Rocket Internet in Berlin
Foto: Rocket Internet

Mit einem Börsengang von Rocket wird schon seit einiger Zeit gerechnet. Mit der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft im Juli befeuerte das Berliner Unternehmen die Gerüchte weiter. In den vergangenen Wochen hatten sich mehrere neue Aktionäre an der Start-up-Schmiede beteiligt. Dazu gehört der Internetanbieter United Internet, der sich für 435 Millionen Euro einen Anteil von 10,7 Prozent sicherte. Auf dieser Basis lag die Bewertung von Rocket Internet bei 4,3 Milliarden Euro. Experten zufolge nutzt Rocket den Einstieg von neuen Großaktionären dazu, den Preis für den Börsengang hochzutreiben.

Den größten Anteil an Rocket Internet halen die Samwer-Brüder über ihren Global Founders Fund mit 53,7 Prozent. Weitere Anteilseigner sind die schwedische Investmentfirma Kinnevik mit 18,5 Prozent und Access Industries des US-Milliardärs Len Blavatnik mit 8,5 Prozent. Der philippinische Telekom-Konzern Philippine Long Distance Telephone Company (PLTD) war kurz vor United eingestiegen und hält 8,6 Prozent. (dpa/tc)