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Roaming-Razzia wegen Verdacht auf Preisabsprachen

12.07.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wegen des Verdachts auf unrechtmäßige Preisabsprachen bei Roaming-Gebühren hat die EU-Kommission am Mittwoch zeitgleich die Firmenzentralen von neun Mobilfunkbetreibern in Deutschland und Großbritannien durchsucht. Nach Angaben eines EU-Sprechers sollen unter anderem alle vier deutschen Anbieter - T-Mobile, D2 Vodafone, E-Plus und Viag Interkom - davon betroffen sein. Hinter den im internationalen Vergleich extrem hohen Gebühren für das Mobiltelefonieren im Ausland vermuten die EU-Wettbewerbshüter bereits seit längerem ein Kartell der Mobilfunkgesellschaften (Computerwoche online berichtete).

Nach Angaben der Kommission haben die bisherigen Ermittlungen ernsthafte Wettbewerbsfragen im Zusammenhang mit den Roaming-Gebühren aufgeworfen. Nun werde man untersuchen, ob es Beweise für kollektive Preisabsprachen unter den Anbietern gebe. Mit den Durchsuchungen sind noch keine förmlichen Kartellverfahren der Kommission verbunden. Sollte es aber zur Anklage kommen, drohen hohe Bußgelder. Da die EU-Kommission bei ihren Ermittlungen nicht an Fristen gebunden ist, können sich diese über Jahre hinziehen.