Kommentar

Risiko kontra Restriktion

19.05.2000

Der Trend zum Einsatz von Standardsoftware ist ungebrochen. Individuelle Lösungen werden gern als riskant und unwirtschaftlich dargestellt. Tatsächlich lassen sich unternehmens- und branchenübergreifend immer mehr Prozesse und Abläufe identifizieren, die weitgehend übereinstimmen. Hier können Standardprodukte fraglos ihre Stärken entfalten. Doch in den Kernfeldern ihrer Tätigkeit unterscheiden sich konkurrierende Unternehmen voneinander. Wenn ein Unternehmen elementare Geschäftsprozesse oder Kernkompetenzen durch Standardsoftware nur ungenügend abbilden kann, stellt sich die Frage: Passt es seine Prozesse an, oder entwickelt es ein Softwaresystem, das seine Abläufe optimal unterstützt?

Für das betreffende Unternehmen ist es entscheidend, die für seinen Erfolg wesentlichen Verfahren, Methoden und Abläufe zu identifizieren. Nur wenn ein System diese Vorgehensweisen hinreichend abbildet, kommt dessen Einsatz in Betracht. Andernfalls führt an einer Eigenentwicklung - sei es auf Basis eines bestehenden Produkts oder durch eine komplette Neuentwicklung - kein Weg vorbei.

Für die Deutz AG war es von strategischer Bedeutung, das Produktionskonzept ihrer "Neuen Fabrik" ohne jegliche Restriktion umzusetzen. Nur so gelang es dem Konzern, seine neuen Baureihen trotz hoher Variantenzahl zu konkurrenzfähigen Preisen im Markt zu platzieren. Michael Mey