Blackberry Storm vorgestellt

RIM will iPhone-Festung stürmen

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Nach verschiedenen Ansätzen von HTC, LG und zuletzt Nokia bringt nun Research in Motion (RIM) mit dem "Blackberry Storm" seinen potenziellen iPhone-Killer hervor.

Vor einem Jahr waren Vodafone und Verizon Wireless an RIM mit der Bitte herangetreten, ein Gerät speziell für die Ansprüche von Privatkunden zu entwickeln. Das Resultat präsentierten die Unternehmen nun einem ausgewählten Kreis von Journalisten in London: ein ansehnliches Touchscreen-Device mit ähnlichen Maßen wie das Apple-Handy und ebenfalls ohne physische Tastatur. Beim Blick auf die Leistungsdaten und Features kommt der Eindruck auf, dass der kanadische Hersteller eine Liste der Eigenschaften des Apple-Handys erstellt und konsequent abgearbeitet hat. So verfügt das Storm wie Apples Gerät über einen kapazitiven Touchscreen (360 mal 640 Pixel; über 65 000 Farben) - dieser ist allerdings nicht richtig multitouch-fähig.

Für den Massenmarkt konzipiert werden sich auch Business-Kunden dem Reiz des Touchscreen-Blackberrys nicht entziehen können.
Für den Massenmarkt konzipiert werden sich auch Business-Kunden dem Reiz des Touchscreen-Blackberrys nicht entziehen können.
Foto: RIM

Enthalten sind außerdem eine 3,2 Megapixel-Kamera mit Video-Funktion und ein GPS-Empfänger. Daten überträgt das Storm per HSDPA, auf WLAN-Unterstützung wurde dagegen verzichtet - ob aus Rücksichtnahme auf die Carrier-Partner oder die Akku-Laufzeit ist nicht bekannt. Immerhin soll die herausnehmbare Batterie mit 1400 mAh laut Hersteller für 15 Tage Standby und knapp sechs Stunden UMTS-Telefonie ausreichen.

Die Navigation ist ausschließlich per Finger möglich, für Grobmotoriker oder Nutzer mit besonders dicken Gliedmaßen hat RIM zudem eine Cursor-Funktion entwickelt, mit der ein kleiner Pfeil wie auf einem Mousepad mit der Hand gesteuert werden kann. Am unteren Bildschirmrand eingeblendete Quickkeys erleichtern die Menüauswahl - hier ist dank eigens entwickelter Technik ein sanfter, wenn auch entschiedener Druck nötig. Ähnliches gilt für die Texteingabe - hier steht eine virtuelle Bildschirmtastatur in zwei Varianten zur Verfügung. Im Hochformat sind die Tasten doppelt belegt, die Auswahl erfolgt über RIMs patentierte "Suretype"-Technik. Im Querformat wird daraus ein echtes QWERTZ-Keyboard. Details zu dessen Bedienung und weiteren Features zeigt unter anderem ein "entschlüpftes" Werbevideo auf Youtube.