Blackberry-Anbieter

RIM streicht jeden zehnten Job

25.07.2011
Die starke Konkurrenz durch Apples iPhone und Android-Smartphones kostet jeden zehnten Mitarbeiter des Blackberry-Herstellers Research in Motion (RIM) den Job.
RIM-Zentrale in Waterloo, Ontario
RIM-Zentrale in Waterloo, Ontario
Foto: RIM

Weltweit müssten rund 2000 Leute gehen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Die betroffenen Mitarbeiter würden ab dieser Woche informiert, hieß es am Firmensitz im kanadischen Waterloo. Sie sollen Abfindungen erhalten.

RIM hatte bereits vor einem Monat einen Stellenabbau angekündigt, ohne allerdings Details zu nennen. Nun erklärte der Konzern, das am Ende noch 17.000 Beschäftigte übrig bleiben sollten. Auch das Management wird in Teilen umgekrempelt. Vorbörslich fiel die ohnehin gebeutelte Aktie um mehr als ein Prozent und kostete gerade noch 28 Dollar - das ist nah dran am Fünf-Jahres-Tief.

RIM gehört zwar zu den Pionieren bei den boomenden Smartphones, doch hatte der Konzern den Trend hin zu Touchscreens und Multimedia-Funktionen nur halbherzig mitgemacht. Stattdessen setzte Blackberry weiter auf eine Hardware-Tastatur und vertraute auf seinen speziellen E-Mail-Dienst, der das Unternehmen einst groß gemacht hatte. Manager hatten wegen der einzigartigen Technik lange Zeit auf Blackerrys geschworen.

RIMs neuer Flaggschiff-Blackberry "9900"
RIMs neuer Flaggschiff-Blackberry "9900"
Foto: RIM

Heute sind Blackberrys aber vielfach eine Billig-Alternative für all jene, die sich kein iPhone oder Android-Smartphone leisten können oder wollen. Der Anteil der Einstiegsmodelle an den Gesamtverkäufen nimmt stetig zu. RIM will mit dem schrittweisen Umstieg auf ein neues Betriebssystem den technischen Anschluss an die Spitzenklasse wiederfinden. Doch die Entwicklung verläuft zäh und geht ins Geld. Die Kanadier mussten erst jüngst ihre Gewinnprognose senken.

RIM hatte von März bis Mai 13,2 Millionen Blackberry-Handys sowie 500.000 seiner "Playbook"-Tablets verkauft. Zum Vergleich: Apple setzte binnen drei Monaten 20,3 Millionen iPhones und fast 9,3 Millionen iPads ab. Apple hatte mit seinem iPhone den großen, berührungsempfindlichen Bildschirmen den Weg geebnet und mit dem iPad eine ganz neue Geräteklasse erschlossen. RIM brauchte Monate, um das Playbook als Konkurrenzmodell zum iPad zu entwickeln.

Die Marktforscher von IDC rechnen damit, dass Blackberrys weiter Federn lassen müssen: In diesem Jahr geht IDC noch von einem Marktanteil von 14,2 Prozent aus, im Jahr 2015 sollen es dann 13,4 Prozent sein. Damit lägen Android-Geräte, Apples iPhone und bald auch Microsoft mit seinem Smartphone-Betriebssystem Windows Phone 7 vor RIM. Microsoft hatte sich mit Nokia verbündet und stattet nun die Smartphones des Handy-Weltmarktführers aus. (dpa/tc)