Drohendes Blackberry-Verbot

RIM ringt in Indien um einen Kompromiss

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Wenige Tage vor der angedrohten Abschaltung der Blackberry-Dienste für rund eine Million Nutzer auf dem Subkontinent hat Research in Motion (RIM) der indischen Regierung ein Angebot unterbreitet.

Wie der kanadische Hersteller in einer Stellungnahme bekannt gab, hat er der Regierung in New Delhi die Einrichtung und Leitung eines speziellen Industrieforums in Indien angeboten. Dieses soll Wege finden, wie die Sicherheitsbedürfnisse des Landes mit den Bedürfnissen der Kunden nach einem vertraulichen Informationsaustausch in Einklang zu bringen sind.

Welche weiteren ITK-Firmen für das Forum in Frage kommen, erwähnte RIM jedoch nicht. Das Unternehmen erklärte lediglich, der Einsatz von starken Verschlüsselungsmethoden für die sichere drahtlose Kommunikation beschränke sich nicht nur auf die Blackberry-Plattform. Ein Verbot von stark verschlüsselter Übertragung gehe zudem die gesamte Industrie an, da die Effektivität und Produktivität von indischen Unternehmen enorm eingeschränkt werde.

Das Unternehmen betonte in dem Statement erneut, dass es keinen "Master-Key" besäße. Es gäbe auch keine Hintertür in dem System, über die RIM oder eine andere Drittpartei Zugang zu verschlüsselten Enterprise-Mails gewähren könnte. Diese Möglichkeit sei bereits bei der Entwicklung der Blackberry-Infrastruktur explizit ausgeschlossen worden. Entgegen anders lautenden Berichten helfe auch das Aufstellen des zuständigen Blackberry-NOCs vor Ort in keinster Weise dabei, Zugang zu den verschlüsselten Informationen zu erhalten.

Das indische Ministerium für Kommunikation und IT hatte kurz zuvor sein Ultimatum erneuert: Sollte bis zum 31. August keine technische Lösung gefunden sein, mit der Behörden auf die Blackberry-Kommunikation in lesbarem Format zugreifen können, werden die Blackberry-Dienste blockiert.