DeviceAnywhere

RIM erleichtert Software-Testing für BlackBerry

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Der BlackBerry-Anbieter Research in Motion (RIM) bietet seinen Entwicklern künftig eine einfache Möglichkeit, Applikationen umfänglich zu testen.

Zu diesem Zweck bedient sich RIM des Service "DeviceAnywhere". Dort können Developer ihre Programme gegen ein System testen, das 100 verschiedene BlackBerry-Modelle in 16 verschiedenen Mobilfunknetzen enthält. Das erleichtert die Entwicklung enorm; in der Vergangenheit musste man eigentlich jedes Endgerät separat kaufen und die Software darauf ausprobieren. Was aber auch noch nicht Probleme mit unterschiedlichem Verhalten in unterschiedlichen Netzen löste - die hatte RIM zuletzt selbst zu spüren bekommen, als es seinen neuen "BlackBerry Bold" für das Netz von AT&T hatte verschieben müssen.

Die Aktie von RIM hat seit Mitte August über die Hälfte ihres Werts verloren, unter anderem weil die Anleger befürchten, das verstärkte Vordringen des kanadischen Herstellers in den Endkundenmarkt werde die Gewinnmargen auffressen. Gestern gab das Papier zum Fixing an der Nasdaq erneut 5,10 Dollar oder 8,6 Prozent auf 53,91 Dollar nach. Verschiedene Analysten hatten zuvor ihre Gewinnprognosen aufgrund verschobener Produkte und rückläufiger Verbraucherausgaben zurückgenommen.

Unter Druck durch neue Wettbewerber wie Apple und Google arbeitet RIM mit 100.000 Entwicklern zusammen, die mit neuen Applikationen wie Spielen und Navigation Kunden enger an ihren BlackBerry binden sollen. "Viele dieser Anwendungen werden ebenso geschäftskritisch wie es E-Mail bereits ist", sagt Tyler Lessard, Director Alliances bei RIM. "Wir boten bereits Online-Simulatoren an, um zu zeigen, wie die Programme sich auf verschiedenen BlackBerry-Modellen verhalten. Aber hiermit können sich Entwickler auf einem wirklichen Gerät einloggen, das tatsächlich im Mobilfunknetz läuft."

DeviceAnywhere wird als Service von der in Privatbesitz befindlichen Firma Mobile Complete mit Sitz im kalifornischen San Mateo angeboten. Diese wird von den Venture-Capital-Armen von Motorola und France Télécom finanziert und unterhält bereits Partnerschaften mit großen Handybauern wie Nokia und SonyEricsson sowie mit allen großen US-Carriern, darunter AT&T und Sprint Nextel.